Kapitän, Rekordtorschütze, Sportler des Jahres. Wolfgang Bächle ist das Gesicht des TSB Gmünd. Für den heimlichen Traum vom Drittliga-Aufstieg ist das bevorstehende Duell mit Regionalliga-Tabellenführer HSG Albstadt am Sonntag (17 Uhr / Große Sporthalle) von entscheidender Bedeutung.

Es gab viele überzeugende Auftritte, aber auch immer häufiger Rückschläge: Die Saison des TSB Gmünd verläuft alles andere als geradlinig. Umso wertvoller, dass ein Akteur seit bald 13 Jahren Ruhe und Stabilität ausstrahlt. Mit 31 Jahren ist Wolfgang Bächle die große Konstante eines jungen Teams, das immer lauter an die Tür zur 3. Liga klopft. Der Rechtsaußen hat in seiner Karriere bereits 1053 Regionalliga-Tore und wurde kürzlich zum „Sportler des Jahres“ der Stadt Schwäbisch Gmünd gewählt. „Total überwältigt“, war Bächle hinterher und präsentierte sich als echter Teamplayer: „Der größte Dank gilt meiner Mannschaft und dem Verein, die mich in all der Zeit so großartig unterstützt haben.“

Es gab viele überzeugende Auftritte, aber auch immer häufiger Rückschläge: Die Saison des TSB Gmünd verläuft alles andere als geradlinig. Umso wertvoller, dass ein Akteur seit bald 13 Jahren Ruhe und Stabilität ausstrahlt. Mit 31 Jahren ist Wolfgang Bächle die große Konstante eines jungen Teams, das immer lauter an die Tür zur 3. Liga klopft. Der Rechtsaußen hat in seiner Karriere bereits 1053 Regionalliga-Tore und wurde kürzlich zum „Sportler des Jahres“ der Stadt Schwäbisch Gmünd gewählt. „Total überwältigt“, war Bächle hinterher und präsentierte sich als echter Teamplayer: „Der größte Dank gilt meiner Mannschaft und dem Verein, die mich in all der Zeit so großartig unterstützt haben.“

Jene Gala, bei denen die Frauen der HSG Bargau/Bettringen als beste Mannschaft und deren Torjägerin Anja Schwenk als beste Einzelsportlerin ausgezeichnet wurde, zeigte einmal mehr: Schwäbisch Gmünd ist endgültig eine Handballstadt. Was auch die steigenden Zuschauerzahlen beim TSB widerspiegeln – das Topteam steht hoch in der Gunst des Publikums.
Von der Ehrung wie beflügelt
So war es beinahe selbstverständlich, dass Bächle am Tag nach seiner bislang größten Auszeichnung zur Höchstform auflief. Beim 31:23-Heimsieg gegen die MTG Wangen glänzte er mit einer makellosen Quote von sieben Toren bei sieben Versuchen. Die Gmünder Fans sahen alle Facetten ihres Vorzeige-Handballers: Er erzielte den ersten Treffer des Abends, bewahrte in engen Phasen die Ruhe, erzielte nach langer Zeit wieder einen Gegenstoßtreffer und packte später aus extrem spitzem Winkel einen gefühlvollen Dreher aus. Bei der 32:36-Niederlage am vergangenen Samstag in Steißlingen zählte Bächle mit vier Toren zu den Lichtblicken im Team. „Mein Ziel ist es, als Kapitän Verantwortung zu übernehmen und mit Leistung voranzugehen“, betont er. Denn: „Der TSB ist mein Herzensverein, für den ich alles gebe.“
Verantwortung übernehmen – auch nach Rückschlägen
Bächle hat die Erfolgsstory selbst vorangetrieben, seitdem er 2013 ins damalige Württembergliga-Team aufrückte und gleich in seiner ersten Saison den Aufstieg bejubeln durfte. Zuvor hatte er die Jugend des TSV Bartenbach durchlaufen, schaffte es bis in die Landesauswahl und hatte in dieser Zeit einen ganz speziellen Chauffeur. Jürgen Rilli, als Sportlicher Leiter damals beim TSV und nun beim TSB aktiv, erinnert sich nur allzu gerne daran zurück: „Ich habe ihn damals gerne von Gmünd nach Bartenbach und zurück gefahren. Wolle ist zuverlässig und menschlich brutal geerdet. Man hat aber auch gemerkt, wie zufrieden und stolz ihn die Ehrung zum Sportler des Jahres nun gemacht hat.“

Eine weitere Anekdote der Sportlergala passt da perfekt ins Bild: Als erster Gratulant stand Sebastian Göth parat. Der zehn Jahre ältere Ex-Mitspieler auf der Rechtsaußenposition ist für Bächle bis heute „ein Mentor, zu dem ich einen tollen Draht pflege.“ Erst als Teamkamerad, nun als Trainer begleitet Aaron Fröhlich die Karriere des Mannes, der seinen eigenen Torrekord mittlerweile übertroffen hat. Als echter „Local Hero“ habe sich Bächle jede Auszeichnung vollauf verdient, findet der TSB-Chefcoach: „Von Beginn an war er einer unserer Top-Spieler und hätte sicher andere Möglichkeiten gehabt, sportlich wie finanziell. Doch er hat uns immer die Treue gehalten und ist damit ein Vorbild für viele Jugendliche.“
Auf der Euphoriewelle
In den vergangenen anderthalb Jahren ist beim TSB eine Euphorie entstanden, wie sie selbst der routinierte Rechtsaußen noch nie erlebt hat. Schon in der Saison 2016/17 hatten die Gmünder lange um den Drittliga-Aufstieg mitgespielt, voriges Frühjahr fehlten nur zwei mickrige Punkte. „Wir sind auf einem richtig guten Weg, eine Spitzenmannschaft zu werden“, sagt Bächle, „vielleicht sind wir es mittlerweile auch schon. Das Potenzial der Mannschaft ist groß und noch lange nicht ausgeschöpft.“

Bächle, der im vergangenen Jahrzehnt lediglich aufgrund eines Kahnbeinbruchs in der rechten Hand einmal länger ausgefallen war, steht nun vor seinem 325. Pflichtspiel im TSB-Dress. Am Sonntag wird es eine absolute Top-Leistung bringen, um den Tabellenführer HSG Albstadt zu schlagen und nicht entkommen zu lassen. Es ist die ultimative Reifeprüfung für die Gmünder und ihrne Kapitän. Denn sein Pendant auf der gegnerischen Außenbahn ist niemand geringeres als der langjährige Ex-Bundesligaprofi Gregor Thomann, der mit weitem Abstand die Torschützenliste der Regionalliga anführt.
Gegen den Primus: Die Stunde der Wahrheit
Nach dem jüngsten Dämpfer in Steißlingen komme das Spitzenspiel „vielleicht gerade zum richtigen Zeitpunkt“, meint Bächle. Schon im Oktober hatte sich der TSB auf der Zollernalb mit 38:32 durchgesetzt, ebenso auch beide Duelle in der vergangenen Runde für sich entschieden. Daraus schöpfen die Gmünder in ihrer derzeit wohl kniffligisten Phase ihre Hoffnung: „Wir wissen, dass wir Albstadt weh tun können und uns in einem Heimspiel sicherlich nicht verstecken müssen. Dazu muss jeder an sein Leistungsmaximum gehen.“

Es werden spannende, vielleicht sogar entscheidende 60 Minuten für den heimlichen Traum. Das Wort Aufstieg vermeiden alle Verantwortlichen beim TSB Gmünd noch vehement. Auch Bächle lässt sich nicht mehr entlocken, als dass es ein „i-Tüpfelchen“ auf seine große Karriere wäre. Doch von Druck keine Spur. „Die Rückrunde hat erst angefangen, es ist alles eng beieinander“, verweist Bächle auf die wöchentlichen Überraschungen in der Regionalliga: „Jeder weiß um unsere große Chance. Doch wir müssen weiterhin fleißig und diszipliniert bleiben. Wichtig ist, dass wir den Fokus halten und uns weiterhin nur kleine Etappenziele setzen.“
Mit jedem weiteren Tor des Kapitäns würde der Traum ein Stück weit greifbarer werden – erst recht an diesem Sonntag.

(Text: Nicolas Schoch - Bilder: Frank Bieg)

(Text: Nicolas Schoch - Bilder: Frank Bieg)







































