Nach zwei ebenso intensiven wie erfolgreichen Jahren verabschiedet sich Simon Fröhlich als Co-Trainer des TSB Gmünd. Vor dem Saisonfinale am Sonntag spricht der 35-Jährige über emotionale Momente, die Bedeutung von Teamgeist – und warum für ihn nun ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Passt dein Abschied perfekt zum Aufstiegstrubel rund um den TSB?
„Es ist auf jeden Fall ein Höhepunkt. Die Euphorie war von Anfang an da, und das so mitzunehmen und am Ende auch noch diesen Erfolg zu feiern, ist natürlich großartig. Ich bin schon ein bisschen emotional veranlagt, deshalb wird der Abschied nicht ganz leicht – aber genau das macht es auch schön, so einen Moment erleben zu dürfen.“

Du hast deine Co-Trainerrolle sehr aktiv ausgelegt und hast einen sehr engen Draht zu den Spielern gepflegt. War das Zwischenmenschliche sogar wichtiger als dein sportliche Anteil?
„Das war ein wichtiger Teil meiner Aufgabe. Es hat riesigen Spaß gemacht, weil die Mannschaft einfach charakterlich top ist. Dann fällt es leicht, sich voll reinzuhängen und sich für die Jungs einzusetzen. Man vergisst manchmal, wie viel Arbeit dahintersteckt. Erfolg kommt nicht einfach so, das ist ein harter Prozess unter der Woche. Diese letzten paar Prozent, die dir am Ende ein Spiel gewinnen lassen, musst du dir erarbeiten. Umso schöner ist es, wenn man dafür belohnt wird.“

Frühzeitig hast du angekündigt, dass du zum Saisonende aufhörst. Was sind die Gründe und wie schwer ist dir diese Entscheidung gefallen?
„Es war eine sehr schwere Entscheidung, die sich am Ende dann doch richtig angefühlt hat. Es gibt eigentlich kaum Gründe, aufzuhören – außer einem ganz besonderen: Wir erwarten Ende September unser erstes Kind, einen Sohn. Dafür möchte ich mir Zeit nehmen. Für mich war klar, dass ich diese Aufgabe hier nur zu hundert Prozent machen will – und nicht halbherzig oder nur teilweise. Deshalb ist es jetzt der richtige Moment, mich auf die Familie zu konzentrieren. Aber der TSB wird mich sicher wiedersehen.“
Deine Laufbahn umfasst über 200 Spielen im höherklassigen Fußball, dazu acht Oberligapartien im Handball und jetzt die starke Bilanz von 47 Siegen in 59 Spielen als Co-Trainer. Mehr geht eigentlich gar nicht, oder?
„Ich bin sehr glücklich damit. Natürlich gibt es immer Höhen und Tiefen, aber am Ende wird man belohnt, wenn man dranbleibt und fleißig ist. Ich bin dankbar, dass ich diese Erfahrungen als Spieler und Trainer machen durfte. Das sind besondere Momente, die man so nur im Sport erlebt – vor allem gemeinsam mit Mitspielern und auch mit meinem Bruder Aaron. Das ist nicht selbstverständlich.“
Die Meisterschaft hast du auf Krücken gefeiert, nachdem du dir Anfang März beim TSGV Waldstetten in der Fußball-Landesliga die Achillessehne gerissen hast. Ein bitterer Abschluss deiner aktiven Karriere?
„Das war ja zuletzt nur noch als Aushilfe gedacht, ohne große eigene Ambitionen. Natürlich ist so eine Verletzung nie schön, aber sie gehört zum Sport dazu. Das hätte genauso gut im Training passieren können. Ich habe gerne geholfen, gerade wegen der guten Verbindung nach Waldstetten, und bereue da nichts. Jetzt geht es erstmal darum, wieder fit zu werden – und dann vielleicht eher in Richtung Fahrradfahren (lacht).“

Welche Aufgabe würde dich denn reizen, um irgendwann wieder im Sport einzusteigen?
„Ich bin sicher, dass ich irgendwann wieder auf einem Sportplatz oder in einer Halle stehen werde. Aber aktuell suche ich nichts aktiv. Jetzt freue ich mich erstmal auf den September und alles, was kommt. Wenn sich später etwas ergibt, schaue ich mir das in Ruhe an. Ich bin da offen – ob es dann ein großer oder ein kleiner Ball ist, wird man auch sehen.“
Kann die junge Mannschaft des TSB Gmünd ihren Weg auch in der 3. Liga so fortsetzen wie bislang?„Der Schritt nach oben ist immer eine Herausforderung. Man muss sich deutlich steigern, ein kleines Plus reicht da nicht. Aber genau das traue ich der Mannschaft zu. Sie ist jung, eingespielt und hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich entwickelt. Ich glaube nicht, dass hier schon das Maximum erreicht ist. Die Entwicklung kann weitergehen. Es wird eine spannende Vorbereitung, und dann wird man sehen, wie man sich schlägt. Klar ist: Die Gegner werden es nicht leicht haben in Gmünd. Ich habe großes Vertrauen in die Jungs – und werde das Ganze künftig als größter Fan verfolgen. Statt als Co-Trainer werde ich das Ganze künftig als größter Fan verfolgen.“
(Text: Nicolas Schoch - Bilder: Frank Bieg, Enrico Immer)
(Text: Nicolas Schoch - Bilder: Frank Bieg, Enrico Immer)






































