Ein Aufstieg mit Ansage: Der TSB Gmünd durchbricht die nächste Schallmauer

Ein lang gehegter Traum ist in Erfüllung gegangen. Der TSB Gmünd stürmt mit einer jungen Mannschaft und grenzenloser Euphorie erstmals in die 3. Liga. Alleine organisatorisch steht ein gewaltiger Kraftakt bevor, sobald die Feierlichkeiten abgeklungen sind.

Als Andreas Maier den letzten Ball abblockte und die Zeit herunterlief, da sank Mitspieler Kai Schäffner erschöpft auf die Knie und wurde vom Wolfgang Bächle beinahe erdrückt. Im nächsten Momente stürmten die Jugendspieler des TSB Gmünd, die 60 Minuten lang an den Trommeln den Takt vorgegeben hatten, dazu. Wenig später verpasste sich das Kapitänsduo Bächle und Tom Abt gegenseitig die erste Bierdusche. Die Hofbühlhalle in Neuhausen wurde zum Startpunkt für eine zuvor nie dagewesene Party. Der 18. April 2026 ist ein Tag für die Geschichtsbücher des TSB Gmünd gewesen.
Seit vielen Jahren hat es beim TSB die Vision von der 3. Liga gegeben. Schon im Frühjahr 2017 hatten die „Jets“ mit dem heutigen Bundesligaprofi Max Häfner im Team oben angeklopft, im vergangenen Jahr fehlte lediglich ein Punkt. Nach insgesamt zwölf Jahren im baden-württembergischen Oberhaus – unterbrochen nur durch einen kurzen und sofort wieder korrigierten Betriebsunfall – ist der große Traum endlich Realität geworden. Nach einem Weg, den Abteilungsleiter Michael Hieber vor einem Vierteljahrhundert in der Kreisliga eingeschlagen hatte und seit dem einzigen Abstieg im Jahr 2018 gemeinsam mit dem neuen Sportlichen Leiter Jürgen Rilli vorangetrieben hatte.
Wie einst als Spielmacher, ist Aaron Fröhlich nun als Trainer der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt am Ruder. Gerade einmal zehn Spiele hat die Mannschaft unter seiner Regie bislang verloren. Dass man sich aber bereits am drittletzten Spieltag vorzeitig zum Regionalliga-Meister krönte, damit hätten wohl nur die kühnsten Optimisten gerechnet. Denn es war eine Saison mit Höhen und Tiefen. Auf den brillanten 37:24-Auftaktsieg über Lokalrivale TSV Heiningen folgte beim inzwischen abgestiegenen TV Plochingen ein ganz herber Dämpfer und es sollte nicht der letzte gewesen sein. Während die Gmünder ihre direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf reihenweise aus der Halle schossen, taten sie sich besonders gegen die Teams aus der hinteren Tabellenregion regelmäßig schwer.
 
Gegen Aufsteiger TuS Steißlingen verlor der TSB sogar beide Partien, obendrein brach Routinier Christian Waibel mit einer langwierigen Armverletzung weg. So befand man sich die ganze Zeit in der Rolle des Jägers, während monatelang die HSG Albstadt die Tabellen anführte. Als die Fröhlich-Sieben vor zwei Monaten mit 35:36 bei der HSG Ostfildern unterlag, da vermisste der Trainer die nötige Einsatzbereitschaft in der Anfangsphase. Keiner konnte ahnen, dass es die bis dato letzte Niederlage sein sollte. Der eindringliche Appell des Erfolgstrainers ist angekommen. Die Mannschaft spielte sich in einen Rausch. Bis auf Waibel sind alle Spieler fit und zum wichtigsten Zeitpunkt in ihrer besten Verfassung. Während Konkurrent Albstadt nach einem Faustschlag seines Spielmachers Julian Thomann negativ in die Schlagzeilen geriet und sich plötzlich einige Patzer erlaubte, bewahrte der TSB die Ruhe. Was sieben Siege in Folge eindrucksvoll belegen.
Beim abstiegsbedrohten TV Neuhausen/Erms boten die Gmünder sicher nicht ihre beste Leistung – aber genau deshalb war es die perfekte Meisterprüfung. Vor ohrenbetäubender Kulisse und mit 400 Gästefans im Rücken hatten die Jets schon vor der Pause das Spiel auf ihre Seite gedreht, mussten nach einer Sieben Tore-Führung aber doch noch bis zum Ende zittern. Umso größer war die Erleichterung nach dem 31:29-Zittersieg. Der erste Matchball zur Meisterschaft war verwandelt und bei der Heimkehr in der Nacht stellte der Erste Bürgermeister Christian Baron dem frischgebackenen Meister bereits einen feierlichen Rathausempfang in Aussicht. Schwäbisch Gmünd ist im Handballfieber – und will auch in Liga drei von dieser grenzenlosen Euphorie zehren.
Der Schritt in eine semiprofessionelle Spielklasse ist für den TSB wohl noch größer wie vor zwölf Jahren, als man in die Viertklassigkeit gestürmt war. Die erforderlichen Unterlagen sind bereits eingereicht und vom Deutschen Handballbund akzeptiert. Es wartet eine komplett neue Welt auf den TSB Gmünd, sowohl organisatorisch wie auch sportlich. Die genaue Staffeleinteilung folgt erst Anfang Juni, wenn alle Auf- und Absteiger feststehen. Doch es ist davon auszugehen, dass der TSB in der Südstaffel auf den designierten Zweitliga-Absteiger HC Oppenweiler/Backnang treffen wird, erstmals in seiner Geschichte zu Auswärtsspielen nach Bayern fahren wird und einige alte Bekannte wiedersieht. Dem TV Bittenfeld II, der SG Pforzheim/Eutingen, dem TSV Neuhausen/Filder oder auch dem Drittliga-Meister SV Kornwestheim (der freiwillig auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga verzichtet) stand man bereits in der Regionalliga gegenüber.
 
Ab September beginnt für den TSB ein knallharter Abstiegskampf. Doch die Mannschaft ist gewappnet. Das junge Grundgerüst kommt gerade erst ins beste Handballalter. Spielmacher Tom Abt ist mit 23 Jahren kurioserweise sogar im gleichen Alter wie es sein sportlicher Ziehvater Aaron Fröhlich beim Aufstieg 2014 war. Die Marschroute wird jedenfalls gleich bleiben wie bislang: Jedes Spiel will der TSB wie ein Endspiel angehen. Das ist jetzt noch weit weg – vorerst überwiegen nur Freude und Stolz über diesen historischen Erfolg.
Ein lang gehegter Traum ist in Erfüllung gegangen. Der TSB Gmünd stürmt mit einer jungen Mannschaft und grenzenloser Euphorie erstmals in die 3. Liga. Alleine organisatorisch steht ein gewaltiger Kraftakt bevor, sobald die Feierlichkeiten abgeklungen sind.

Als Andreas Maier den letzten Ball abblockte und die Zeit herunterlief, da sank Mitspieler Kai Schäffner erschöpft auf die Knie und wurde vom Wolfgang Bächle beinahe erdrückt. Im nächsten Momente stürmten die Jugendspieler des TSB Gmünd, die 60 Minuten lang an den Trommeln den Takt vorgegeben hatten, dazu. Wenig später verpasste sich das Kapitänsduo Bächle und Tom Abt gegenseitig die erste Bierdusche. Die Hofbühlhalle in Neuhausen wurde zum Startpunkt für eine zuvor nie dagewesene Party. Der 18. April 2026 ist ein Tag für die Geschichtsbücher des TSB Gmünd gewesen.
Seit vielen Jahren hat es beim TSB die Vision von der 3. Liga gegeben. Schon im Frühjahr 2017 hatten die „Jets“ mit dem heutigen Bundesligaprofi Max Häfner im Team oben angeklopft, im vergangenen Jahr fehlte lediglich ein Punkt. Nach insgesamt zwölf Jahren im baden-württembergischen Oberhaus – unterbrochen nur durch einen kurzen und sofort wieder korrigierten Betriebsunfall – ist der große Traum endlich Realität geworden. Nach einem Weg, den Abteilungsleiter Michael Hieber vor einem Vierteljahrhundert in der Kreisliga eingeschlagen hatte und seit dem einzigen Abstieg im Jahr 2018 gemeinsam mit dem neuen Sportlichen Leiter Jürgen Rilli vorangetrieben hatte.
Wie einst als Spielmacher, ist Aaron Fröhlich nun als Trainer der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt am Ruder. Gerade einmal zehn Spiele hat die Mannschaft unter seiner Regie bislang verloren. Dass man sich aber bereits am drittletzten Spieltag vorzeitig zum Regionalliga-Meister krönte, damit hätten wohl nur die kühnsten Optimisten gerechnet. Denn es war eine Saison mit Höhen und Tiefen. Auf den brillanten 37:24-Auftaktsieg über Lokalrivale TSV Heiningen folgte beim inzwischen abgestiegenen TV Plochingen ein ganz herber Dämpfer und es sollte nicht der letzte gewesen sein. Während die Gmünder ihre direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf reihenweise aus der Halle schossen, taten sie sich besonders gegen die Teams aus der hinteren Tabellenregion regelmäßig schwer.
 
Gegen Aufsteiger TuS Steißlingen verlor der TSB sogar beide Partien, obendrein brach Routinier Christian Waibel mit einer langwierigen Armverletzung weg. So befand man sich die ganze Zeit in der Rolle des Jägers, während monatelang die HSG Albstadt die Tabellen anführte. Als die Fröhlich-Sieben vor zwei Monaten mit 35:36 bei der HSG Ostfildern unterlag, da vermisste der Trainer die nötige Einsatzbereitschaft in der Anfangsphase. Keiner konnte ahnen, dass es die bis dato letzte Niederlage sein sollte. Der eindringliche Appell des Erfolgstrainers ist angekommen. Die Mannschaft spielte sich in einen Rausch. Bis auf Waibel sind alle Spieler fit und zum wichtigsten Zeitpunkt in ihrer besten Verfassung. Während Konkurrent Albstadt nach einem Faustschlag seines Spielmachers Julian Thomann negativ in die Schlagzeilen geriet und sich plötzlich einige Patzer erlaubte, bewahrte der TSB die Ruhe. Was sieben Siege in Folge eindrucksvoll belegen.
Beim abstiegsbedrohten TV Neuhausen/Erms boten die Gmünder sicher nicht ihre beste Leistung – aber genau deshalb war es die perfekte Meisterprüfung. Vor ohrenbetäubender Kulisse und mit 400 Gästefans im Rücken hatten die Jets schon vor der Pause das Spiel auf ihre Seite gedreht, mussten nach einer Sieben Tore-Führung aber doch noch bis zum Ende zittern. Umso größer war die Erleichterung nach dem 31:29-Zittersieg. Der erste Matchball zur Meisterschaft war verwandelt und bei der Heimkehr in der Nacht stellte der Erste Bürgermeister Christian Baron dem frischgebackenen Meister bereits einen feierlichen Rathausempfang in Aussicht. Schwäbisch Gmünd ist im Handballfieber – und will auch in Liga drei von dieser grenzenlosen Euphorie zehren.
Der Schritt in eine semiprofessionelle Spielklasse ist für den TSB wohl noch größer wie vor zwölf Jahren, als man in die Viertklassigkeit gestürmt war. Die erforderlichen Unterlagen sind bereits eingereicht und vom Deutschen Handballbund akzeptiert. Es wartet eine komplett neue Welt auf den TSB Gmünd, sowohl organisatorisch wie auch sportlich. Die genaue Staffeleinteilung folgt erst Anfang Juni, wenn alle Auf- und Absteiger feststehen. Doch es ist davon auszugehen, dass der TSB in der Südstaffel auf den designierten Zweitliga-Absteiger HC Oppenweiler/Backnang treffen wird, erstmals in seiner Geschichte zu Auswärtsspielen nach Bayern fahren wird und einige alte Bekannte wiedersieht. Dem TV Bittenfeld II, der SG Pforzheim/Eutingen, dem TSV Neuhausen/Filder oder auch dem Drittliga-Meister SV Kornwestheim (der freiwillig auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga verzichtet) stand man bereits in der Regionalliga gegenüber.
 
Ab September beginnt für den TSB ein knallharter Abstiegskampf. Doch die Mannschaft ist gewappnet. Das junge Grundgerüst kommt gerade erst ins beste Handballalter. Spielmacher Tom Abt ist mit 23 Jahren kurioserweise sogar im gleichen Alter wie es sein sportlicher Ziehvater Aaron Fröhlich beim Aufstieg 2014 war. Die Marschroute wird jedenfalls gleich bleiben wie bislang: Jedes Spiel will der TSB wie ein Endspiel angehen. Das ist jetzt noch weit weg – vorerst überwiegen nur Freude und Stolz über diesen historischen Erfolg.

Neue Helden, stolze Eltern und weitere Gratulanten: Stimmen zum Aufstieg

Aaron Fröhlich, TSB-Cheftrainer: „Es war mit Abstand der beste Tag, den ich im Handball je erleben durfte. Ehrlich gesagt, kann ich es noch gar nicht richtig glauben. Aber niemand kann behaupten, dass wir es nicht verdient hätten über die gesamte Saison. Seit anderthalb Jahren glauben wir daran und haben darauf hingearbeitet, es mit diesem Spiel zu Ende zu bringen. In den 60 Minuten hatten wir extrem hohe Hürden zu überwinden Wir waren körperlich total am Limit und retten den Sieg über die Ziellinie. Ich bin nicht das Feierbiest, sondern konzentriere mich darauf, zu beobachten, wie glücklich meine Jungs sind.“
 
Jürgen Rilli, Sportlicher Leiter TSB Gmünd: „Ich bin überwältigt und fasziniert. In den vergangenen zwei Jahren haben wir eine wahnsinnige Identifikation und Begeisterung entfacht. Diese Momente geben mir Kraft für die neuen Aufgaben. Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser Euphorie und dem Charakter der Mannschaft in der 3. Liga bestehen werden.“
Michael Hieber, TSB-Abteilungsleiter: „Unsere Vision ist jetzt Wirklichkeit geworden. Besser hätte ich es mir nicht wünschen können. Wir haben erst nicht so richtig zu unserem Spiel gefunden und das hat mich an das Aufstiegsspiel im Jahr 2014 erinnert. Doch die Mannschaft hat die richtige Antwort auf die harte Rote Karte gegen Tom Abt gegeben.“
 
Tom Abt, TSB-Spielmacher: „Es war das wichtigste Spiel der Saison – da wird das Tor automatisch kleiner, der Torhüter und die Abwehrspieler größer. Doch wir haben dem Druck standgehalten. Da ist sehr emotional für mich, da ich schon als kleines Kind den Aufstieg in die Oberliga miterlebt habe. Krass, dass wir so eine zweite Welle wie vor 12 Jahren erleben. Wir haben immer nur im Moment gelebt und noch gar nicht an die 3. Liga gedacht.“
 
Anita Abt, TSB-Zeitnehmerin: „Ich hatte Herzklopfen und kann gar nicht beschreiben, wie stolz ich auf diese Jungs bin. Über die gesamten Jahren sind alle für mich wie meine eigenen Söhne geworden.“
 
Philipp Neukamm, TSB-Torwarttrainer: „Das war der größte Tag für uns alle. Es freut mich unglaublich für die Jungs und besonders für meine Torhüter. Wir konnten immer hervorragend wechseln und natürlich tut es mir ein bisschen weh, dass Tobias Klemm zum Saisonende aufhören wird.“
Tobias Klemm, TSB-Torwart: „Ich bin einfach nur stolz, dass wir uns gekrönt haben. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch einmal so spannend wird. Da lagen fast schon die Nerven blank. Ein besseres Karriereende kann ich mir gar nicht vorstellen.“
 
Niklas Burtsche, TSB-Linksaußen: „Ich habe selber den Druck gespürt, wir haben viel verworfen und viele technische Fehler gemacht. Doch wir haben uns gefangen, Tobias Klemm hat uns den Allerwertesten gerettet. Die letzten beiden Saisonspiele wollen wir noch einmal genießen und unseren Fans zeigen, was für ein geiles Team wir sind.“
Lenny Schwenk, TSB-Youngster: „Ich war brutal aufgeregt und hätte nicht gedacht, dass ich überhaupt spielen würde. Doch dann musste ich volle Kanne rein und alles geben für den Sieg. Ich freue mich mega darauf, mit den Jungs bald in die 3. Liga reinschnuppern zu dürfen.“

Yannik Leichs, TSB-Rückraumspieler: „Die Leichtigkeit hat uns gefehlt. Aber mit so einem hart erkämpften Sieg aufzusteigen, fühlt sich sogar noch geiler an. Wir haben das gesamte Publikum mitgerissen, jeder hat geschwitzt. Es ist wie ein Märchen. Vermutlich realisieren wir erst in ein paar Tagen, was das für uns bedeutet.“
 
Andreas Maier, TSB-Abwehrchef: „Keiner von uns hat so etwas bislang erlebt. Ich kann allen Gmünder Fans versprechen, dass es am 03. Mai bei unserem letzten Heimspiel und die Tage danach noch einmal richtig abgehen wird.“
Wolfgang Bächle, TSB-Rekordtorschütze: „Ein unbeschreibliches Gefühl. Das ist das Größte, was es beim TSB jemals gab. Ich habe in dieser Saison mein 25-jähriges Jubiläum mit dem TSB gefeiert, die 1000 Tore-Marke geknackt, bin Sportler des Jahres geworden und dann darf ich diese Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen – mehr geht gar nicht.“
 
Christian Waibel, dienstältester und derzeit verletzter TSB-Spieler: „Ich habe mein Comeback zu keinem Zeitpunkt bereut. Die letzten beiden Jahre waren sensationell und es ist unglaublich schön, mit dieser jungen Truppe nochmal einen Aufstieg miterleben zu dürfen.“
 
Oliver Gaiser, ehemaliger TSB-Teammanager: „Das Fundament für diesen Erfolg haben wir beim Aufstieg 2014 mitgelegt. Das Wir-Gefühl von Damals und Heute ist ein Großes mit hoher Expertise bei Trainer, Spielern und Führungsmannschaft. Aus der Ferne betrachtet passt alles.“
 
Nicola Rascher, früherer TSBler (2020-24): „Unfassbar. Herzlichen Glückwunsch. Lasst die Korken knallen!“

(Text und Bilder: Nicolas Schoch)