„Das Momentum ist bei uns“: Stefan Scholz vor dem Meister-Matchball in Neuhausen

Stefan Scholz steht sinnbildlich für den Aufschwung des TSB Gmünd. Der Rückraumrechte, vor drei Jahren vom Verbandsligisten HSG Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf gekommen, zählt heute zu den prägenden Figuren beim Regionalliga-Tabellenführer. Mit 106 Feldtoren ist er viertbester Werfer des TSB Gmünd und hat seine beiden vorherigen Saisons, in denen er 55 und 99 Tore warf, längst übertroffen. Vor dem möglichen Titelgewinn spricht der 25-Jährige über Euphorie, Teamgeist – und warum die Mannschaft den ersten Matchball unbedingt nutzen will.

Die Vorfreude ist riesig, das Selbstvertrauen auch. Der Samstag kann für euch kaum schnell genug kommen, oder?
„Auf jeden Fall. Ich war am Sonntag selbst überrascht, wie extrem viel in der Halle los war. Das ist schon krass. Man merkt, dass die Euphorie komplett bei allen angekommen ist.“
 
Sechs Siege in Folge, dazu der wachsende Druck im Titelrennen – und ihr geht immer souveräner damit um. Wie erklärst du dir, dass die Mannschaft so reif geworden ist?
„Ich kann mir das nur durch unseren extremen Teamgeist erklären. Im Prinzip ist es egal, wer das Tor wirft oder eine gute Abwehraktion hat – jeder freut sich für den anderen. Dadurch entsteht ein extremes Feuer und Durchsetzungsvermögen. Zur richtigen Zeit haben alle das richtige Tempo und die richtige Form gefunden. Das Momentum ist bei uns. Nicht nur das Momentum, sondern wir haben als gesamte Mannschaft einen extremen Schritt gemacht.“
 
Einen großen Schritt hast auch du persönlich gemacht. Vom Verbandsligaspieler zum Leistungsträger in der Regionalliga und bereits mit einem Bein in der 3. Liga. Hättest du dir das so schnell zugetraut?
„Ich dachte eigentlich, dass ich mir in der Regionalliga schon extrem schwer tun werde. Aber das richtige Training und die richtigen Mitspieler – das macht schon einiges aus.“
Das Ziel ist greifbar nah. Wie groß ist der Hunger, es jetzt auch zu vollenden?
„Jetzt können wir nicht mehr drum herum reden. Jetzt will es jeder, jetzt ist das Ziel klar gesetzt. Wir müssen es nicht groß aussprechen, aber es ist natürlich in den Köpfen.“
 
„So früh wie möglich ist natürlich am besten. Ich erhoffe mir, dass wir nichts anbrennen lassen. Dass wir unser Ding durchziehen und uns von nichts beeindrucken oder ablenken lassen. Unseren Stiefel herunterspielen, aber dabei auch Spaß haben – das ist wichtig.“
 
Und die Stimmung?
„Ich hoffe, dass die Kulisse ähnlich sein wird wie vor zwei Wochen in Weinstadt – wenn nicht sogar noch besser. Über alles Weitere reden wir, wenn es so weit ist…“

(Text: Nicolas Schoch - Bilder: Frank Bieg)