Jung, hungrig und vielseitig engagiert: Fabian Bauer komplettiert das neue TSB-Torwartteam

Er hat den TSB schon einmal zur Verzweiflung gebracht und trägt ab der neuen Saison selbst das Gmünder Trikot. Vom Verbandsligisten TSV Deizisau wechselt Torwart Fabian Bauer zu den „Jets“. Neben Viertligaerfahrung und großem Ehrgeiz bringt der 22-Jährige auch einen besonderen Spitznamen mit.

Diese neue Geschichte beginnt ausgerechnet mit einer Gmünder Niederlage. Es war der 15. November 2022, als Fabian Bauer seinen ersten bislang einzigen Auftritt in der Großen Sporthalle hatte. „Es war sehr beeindruckend, als ich hier auflaufen durfte“, schwärmt der damalige Rückhalt des TV Bittenfeld II noch heute. Als Teenager stand Bauer seinem Gegenüber im TSB-Kasten, Daniel Mühleisen, in nichts nach und feierte hinterher einen 32:28-Auswärtssieg. Drei Spiele, zwei Siege gegen den TSB lautet die persönliche Bilanz. „Gar nicht so schlecht“, grinst er da.
 
Seitdem hat auch Jürgen Rilli den Weg des Torwarttalents aufmerksam verfolgt. Dessen damaliger Sahnetag sei aber nicht alleine ausschlaggebend für die jetzige Verpflichtung gewesen, wie der Sportliche Leiter des TSB erklärt: „Er ist ein hungriger, engagierter und disziplinierter Torhüter. Mein positiver Eindruck hat sich in unseren Gesprächen sofort bestätigt. Wir waren immer gut aufgestellt auf dieser Position, nun stand er auf meiner Prioritätenliste ganz oben.“ Denn Tobias Klemm wird seine Laufbahn im Alter von 30 Jahren beenden. Zur neuen Saison wird Bauer (22) gemeinsam mit Daniel Mühleisen (29) und Devin Immer (22) das Trio zwischen den Pfosten bilden.
 

„Es geht nicht um Nummer eins, zwei oder drei“

Obwohl alle drei um Spielzeit konkurrieren, wird es auch weiterhin ein kollegiales Miteinander geben. „Es geht nicht um die Nummer eins, zwei oder drei“, betont Rilli, „sondern darum als Teil in diesem Torhüterteam zusammenzuarbeiten.“ Innerhalb kürzester Zeit war spürbar: Das passt. Genauso ehrgeizig und gesprächsfreudig Bauer wirkt, so klar ist auch seine persönliche Überzeugung. „Ich weiß, was meine Schwächen und meine Stärken sind. Aber ich bin auch absolut bereit, mich in das Kollektiv einzuarbeiten und dabei viel zu lernen.“
Er sei selbst kein Typ, der auf dem Spielfeld nach jeder Glanztat sofort ausrastet. „In meinem vierten Jahr bei den Männern habe ich gelernt, die Emotionen kontrolliert einzusetzen und in entscheidenden Situation die Ruhe zu bewahren.“ Denn gerade auf der Torhüterposition sei Erfahrung zentral. Er sei selbst noch „ein wenig der junge Wilde“, meint Bauer schmunzelnd: „Mit meiner Athletik und Schnelligkeit kann ich aber vielleicht nicht ganz so viel entgegensetzen wie ein Daniel Mühleisen mit seinem starken Stellungsspiel. Ich weiß, dass ich mich weiter verbessern muss.“
 
Von Kindesbeinen an habe er immer im Tor gestanden. Vielleicht auch deshalb, weil der Großvater zu früheren Zeiten im Feldhandball ebenfalls schon Bälle parierte. Die Eltern waren jahrelang in Korb und Hohenacker als Feldspieler aktiv, der jüngere Bruder Tim läuft seit dieser Saison als Rückraumspieler für den Gmünder Regionalliga-Konkurrenten HSG Ostfildern auf und avancierte prompt zu einem der besten Torschützen. Eine echte Handballerfamilie eben.
 

Ausgebildet in Bittenfeld, gereift in Oeffingen und Deizisau

Fabian Bauer verbrachte seine gesamte Jugend in der Talentschmiede des Bundesligisten TV Bittenfeld. Gekrönt von einem besonderen Coup in der A-Jugend, als der große THW Kiel mit einem 35:25-Erfolg aus dem Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft gekegelt wurde. Mit gleich sechs weiteren Youngstern rückte Bauer in die Zweite Mannschaft auf, die anschließend den TSB bezwang und nur knapp den Aufstieg in die 3. Liga verpasste. Eine prägende Zeit für den jungen Tormann, der sich nach insgesamt 35 Regionalliga-Partien trotzdem zu einem Tapetenwechsel entschied. Erst zum TV Oeffingen, anschließend zum TSV Deizisau.
 
Den Neckartälern hielt er im vergangenen Sommer die Treue, trotz oder gerade wegen des Abstiegs aus der Oberliga. „Ich wollte dem Verein zeigen, dass ich das wieder gut machen will, auch wenn es in diesem Jahr vielleicht doch nicht klappt.“ Nach drei Unentschieden in Serie liegt Deizisau aktuell sieben Punkte hinter der Verbandsliga-Spitze zurück. Immerhin aber hat der Tabellenvierte die wenigsten Gegentreffer ligaweit kassiert, woran Bauer einen großen Anteil hat. „Mein Ziel ist es, im nächsten Spiel immer noch besser zu sein. Diese Möglichkeit sehe ich in Gmünd und möchte sie unbedingt nutzen.“ Sportlich ist es der Schritt zurück nach oben. „Ich kenne das Niveau und bin absolut bereit für diese Herausforderung“, fiebert Bauer auch der Zusammenarbeit mit TSB-Trainer Aaron Fröhlich entgegen: „Wir haben darüber gesprochen, dass er mich an die Hand nimmt und fordern wird.“
 

Der Ortschaftsrat und Handballkanzler

An Courage mangelt es dem jungen Mann auch außerhalb der Halle nicht. Vor einem Jahr wurde das SPD-Mitglied in den Ortschaftsrat seiner Heimatgemeinde Kleinheppach gewählt, der stellvertretende Ortsvorsteher studiert parallel Politik und Soziologie an der Universität Stuttgart. Ein gemeinsames Foto mit dem damaligen Kanzler Olaf Scholz brachte ihm den Spitznamen „Handballkanzler“ ein. Zum Mannschaftsausflug nach Mallorca ging es dann passenderweise im Kanzleroutfit. Worüber Fabian Bauer herzhaft lacht, aber im nächsten Atemzug unterstreicht: „Wenn ich die Möglichkeit habe, dann will ich mich auch politisch engagieren, Meinungen anhören und in den konstruktiven Diskurs gehen. Meckern geht immer sehr leicht. Mein Anspruch ist es, selbst etwas besser zu machen.“
 
Diese Initiative zu ergreifen, trotz des zeitlichen Pensums mit Studium und leistungsbezogenem Handball, das findet der Sportliche Leiter Jürgen Rilli schlicht „beeindruckend“. Bauer selbst findet es ganz spannend, die Parallelen zwischen Politik und Sport zu ziehen. „Alleine schaffst du es nicht“, sagt er, „als Torhüter kann ich gewisse Bälle halten, aber ohne eine funktionierende Abwehr funktioniert es nicht.“ Genau so versteht er auch seine Rolle beim TSB Gmünd: „Nur wenn ich als Individuum alles gebe, kann ich mich super in das Kollektiv hier einarbeiten.“
 
Zumal es dem neuen Keeper durchaus imponiert, was das Gmünder Kollektiv geleistet hat, indem es sich von einem Abstiegskandidaten zu einem Aufstiegsanwärter entwickelt hat. Seit dem Aufeinandertreffen vor drei Jahren habe er immer wieder begeistert das Remstal hinauf geschaut. „Der Kader hat Kontinuität, ist sehr jung, aber auch schon erfahren und die Leistungskurve zeigt eindeutig nach oben.“ Zur neuen Saison könnte Bauer entweder in der Regionalliga auf Bruder Tim treffen oder, falls dem TSB tatsächlich der Sprung in Liga drei gelingt, auf die Bittenfelder Ex-Kollegen. Beides hätte seinen Charme, „aber das liegt nicht in meiner Hand“, ergänzt Bauer. Die Vorfreude ist allerdings schon herauszuhören: „Ich freue mich, ein Teil vom TSB zu sein und bin bereit, jeden Schritt zu gehen, um erfolgreich zu sein.“
Er hat den TSB schon einmal zur Verzweiflung gebracht und trägt ab der neuen Saison selbst das Gmünder Trikot. Vom Verbandsligisten TSV Deizisau wechselt Torwart Fabian Bauer zu den „Jets“. Neben Viertligaerfahrung und großem Ehrgeiz bringt der 22-Jährige auch einen besonderen Spitznamen mit.

Diese neue Geschichte beginnt ausgerechnet mit einer Gmünder Niederlage. Es war der 15. November 2022, als Fabian Bauer seinen ersten bislang einzigen Auftritt in der Großen Sporthalle hatte. „Es war sehr beeindruckend, als ich hier auflaufen durfte“, schwärmt der damalige Rückhalt des TV Bittenfeld II noch heute. Als Teenager stand Bauer seinem Gegenüber im TSB-Kasten, Daniel Mühleisen, in nichts nach und feierte hinterher einen 32:28-Auswärtssieg. Drei Spiele, zwei Siege gegen den TSB lautet die persönliche Bilanz. „Gar nicht so schlecht“, grinst er da.
 
Seitdem hat auch Jürgen Rilli den Weg des Torwarttalents aufmerksam verfolgt. Dessen damaliger Sahnetag sei aber nicht alleine ausschlaggebend für die jetzige Verpflichtung gewesen, wie der Sportliche Leiter des TSB erklärt: „Er ist ein hungriger, engagierter und disziplinierter Torhüter. Mein positiver Eindruck hat sich in unseren Gesprächen sofort bestätigt. Wir waren immer gut aufgestellt auf dieser Position, nun stand er auf meiner Prioritätenliste ganz oben.“ Denn Tobias Klemm wird seine Laufbahn im Alter von 30 Jahren beenden. Zur neuen Saison wird Bauer (22) gemeinsam mit Daniel Mühleisen (29) und Devin Immer (22) das Trio zwischen den Pfosten bilden.
 

„Es geht nicht um Nummer eins, zwei oder drei“

Obwohl alle drei um Spielzeit konkurrieren, wird es auch weiterhin ein kollegiales Miteinander geben. „Es geht nicht um die Nummer eins, zwei oder drei“, betont Rilli, „sondern darum als Teil in diesem Torhüterteam zusammenzuarbeiten.“ Innerhalb kürzester Zeit war spürbar: Das passt. Genauso ehrgeizig und gesprächsfreudig Bauer wirkt, so klar ist auch seine persönliche Überzeugung. „Ich weiß, was meine Schwächen und meine Stärken sind. Aber ich bin auch absolut bereit, mich in das Kollektiv einzuarbeiten und dabei viel zu lernen.“
Er sei selbst kein Typ, der auf dem Spielfeld nach jeder Glanztat sofort ausrastet. „In meinem vierten Jahr bei den Männern habe ich gelernt, die Emotionen kontrolliert einzusetzen und in entscheidenden Situation die Ruhe zu bewahren.“ Denn gerade auf der Torhüterposition sei Erfahrung zentral. Er sei selbst noch „ein wenig der junge Wilde“, meint Bauer schmunzelnd: „Mit meiner Athletik und Schnelligkeit kann ich aber vielleicht nicht ganz so viel entgegensetzen wie ein Daniel Mühleisen mit seinem starken Stellungsspiel. Ich weiß, dass ich mich weiter verbessern muss.“
 
Von Kindesbeinen an habe er immer im Tor gestanden. Vielleicht auch deshalb, weil der Großvater zu früheren Zeiten im Feldhandball ebenfalls schon Bälle parierte. Die Eltern waren jahrelang in Korb und Hohenacker als Feldspieler aktiv, der jüngere Bruder Tim läuft seit dieser Saison als Rückraumspieler für den Gmünder Regionalliga-Konkurrenten HSG Ostfildern auf und avancierte prompt zu einem der besten Torschützen. Eine echte Handballerfamilie eben.
 

Ausgebildet in Bittenfeld, gereift in Oeffingen und Deizisau

Fabian Bauer verbrachte seine gesamte Jugend in der Talentschmiede des Bundesligisten TV Bittenfeld. Gekrönt von einem besonderen Coup in der A-Jugend, als der große THW Kiel mit einem 35:25-Erfolg aus dem Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft gekegelt wurde. Mit gleich sechs weiteren Youngstern rückte Bauer in die Zweite Mannschaft auf, die anschließend den TSB bezwang und nur knapp den Aufstieg in die 3. Liga verpasste. Eine prägende Zeit für den jungen Tormann, der sich nach insgesamt 35 Regionalliga-Partien trotzdem zu einem Tapetenwechsel entschied. Erst zum TV Oeffingen, anschließend zum TSV Deizisau.
 
Den Neckartälern hielt er im vergangenen Sommer die Treue, trotz oder gerade wegen des Abstiegs aus der Oberliga. „Ich wollte dem Verein zeigen, dass ich das wieder gut machen will, auch wenn es in diesem Jahr vielleicht doch nicht klappt.“ Nach drei Unentschieden in Serie liegt Deizisau aktuell sieben Punkte hinter der Verbandsliga-Spitze zurück. Immerhin aber hat der Tabellenvierte die wenigsten Gegentreffer ligaweit kassiert, woran Bauer einen großen Anteil hat. „Mein Ziel ist es, im nächsten Spiel immer noch besser zu sein. Diese Möglichkeit sehe ich in Gmünd und möchte sie unbedingt nutzen.“ Sportlich ist es der Schritt zurück nach oben. „Ich kenne das Niveau und bin absolut bereit für diese Herausforderung“, fiebert Bauer auch der Zusammenarbeit mit TSB-Trainer Aaron Fröhlich entgegen: „Wir haben darüber gesprochen, dass er mich an die Hand nimmt und fordern wird.“
 

Der Ortschaftsrat und Handballkanzler

An Courage mangelt es dem jungen Mann auch außerhalb der Halle nicht. Vor einem Jahr wurde das SPD-Mitglied in den Ortschaftsrat seiner Heimatgemeinde Kleinheppach gewählt, der stellvertretende Ortsvorsteher studiert parallel Politik und Soziologie an der Universität Stuttgart. Ein gemeinsames Foto mit dem damaligen Kanzler Olaf Scholz brachte ihm den Spitznamen „Handballkanzler“ ein. Zum Mannschaftsausflug nach Mallorca ging es dann passenderweise im Kanzleroutfit. Worüber Fabian Bauer herzhaft lacht, aber im nächsten Atemzug unterstreicht: „Wenn ich die Möglichkeit habe, dann will ich mich auch politisch engagieren, Meinungen anhören und in den konstruktiven Diskurs gehen. Meckern geht immer sehr leicht. Mein Anspruch ist es, selbst etwas besser zu machen.“
 
Diese Initiative zu ergreifen, trotz des zeitlichen Pensums mit Studium und leistungsbezogenem Handball, das findet der Sportliche Leiter Jürgen Rilli schlicht „beeindruckend“. Bauer selbst findet es ganz spannend, die Parallelen zwischen Politik und Sport zu ziehen. „Alleine schaffst du es nicht“, sagt er, „als Torhüter kann ich gewisse Bälle halten, aber ohne eine funktionierende Abwehr funktioniert es nicht.“ Genau so versteht er auch seine Rolle beim TSB Gmünd: „Nur wenn ich als Individuum alles gebe, kann ich mich super in das Kollektiv hier einarbeiten.“
 
Zumal es dem neuen Keeper durchaus imponiert, was das Gmünder Kollektiv geleistet hat, indem es sich von einem Abstiegskandidaten zu einem Aufstiegsanwärter entwickelt hat. Seit dem Aufeinandertreffen vor drei Jahren habe er immer wieder begeistert das Remstal hinauf geschaut. „Der Kader hat Kontinuität, ist sehr jung, aber auch schon erfahren und die Leistungskurve zeigt eindeutig nach oben.“ Zur neuen Saison könnte Bauer entweder in der Regionalliga auf Bruder Tim treffen oder, falls dem TSB tatsächlich der Sprung in Liga drei gelingt, auf die Bittenfelder Ex-Kollegen. Beides hätte seinen Charme, „aber das liegt nicht in meiner Hand“, ergänzt Bauer. Die Vorfreude ist allerdings schon herauszuhören: „Ich freue mich, ein Teil vom TSB zu sein und bin bereit, jeden Schritt zu gehen, um erfolgreich zu sein.“

Steckbrief: Fabian Bauer

Position: Tor
Geburtsdatum: 04.11.2003
Wohnort: Kleinheppach
Größe: 1,84 Meter
Beruf: Student Politik & Soziologie (Uni Stuttgart)
Hobbies: Handball, Politik, Lesen
Sportliches Vorbild: Andreas Wolff
Bisherige Vereine: TV Bittenfeld (2015-23), TV Oeffingen (2023-24), TSV Deizisau (2024-26)
Größter Erfolg: Einzug ins Viertelfinale um die Deutsche A-Jugendmeisterschaft 2022

(Text und Bilder: Nicolas Schoch / Archivbild: Enrico Immer)