Spitzenspiel gedreht – TSB B-Jugend übernimmt die Tabellenführung

Im mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen der B-Jugend-Regionalliga setzte sich der TSB Gmünd gegen den bisherigen Tabellenführer HSG Willstätt/Hanauerland mit 25:22 (11:13) durch. In einer intensiv geführten, von hoher Taktik geprägten Partie feierten die Gmünder vor heimischer Kulisse nicht nur den vierten Sieg im vierten Spiel, sondern eroberten mit nun 8:0 Punkten auch die alleinige Tabellenführung.

Dass es das erwartet schwere und komplizierte Spiel werden würde, zeichnete sich bereits in den Anfangsminuten ab. Der TSB fand nur schwer in die Begegnung. Im gebundenen Angriffsspiel fehlte es zunächst an der nötigen Präzision, der gewohnten Passgeschwindigkeit und der Durchschlagskraft, um die körperlich robuste Defensive der Ortenauer auszuhebeln. Technische Unkonzentriertheiten im Spielaufbau sowie Schwächen in der Chancenverwertung gegen den stark reagierenden Gästetorhüter spielten der HSG in die Karten. Über 1:3 gerieten die Hausherren nach elf Spielminuten folgerichtig mit 3:7 in Rückstand. In der Folge stabilisierte sich die Mannschaft defensiv etwas und fand zumindest Stückwerk im Umschaltspiel. Über 6:7 (14.) verkürzten die TSB Jets den Abstand und hielten den Rückstand bis zum Gang in die Kabinen bei zwei Toren (11:13).
 

Schwächephase nach der Pause – Fünf-Tore-Rückstand als Weckruf

Der Start in den zweiten Spielabschnitt verlief zunächst vielversprechend: Beim 13:13 in der 27. Minute schienen die Blau-Gelben das Momentum auf ihre Seite gezogen zu haben. Doch genau in dieser Phase leistete sich das Team von Trainer Michael Hieber die defensiv wie offensiv schwächste Phase des gesamten Spiels. Anstatt nach dem Ausgleich ruhig nachzulegen, häuften sich im Angriff erneut Ballverluste und unvorbereitete Abschlüsse. Die Gäste bestraften diese Fehler eiskalt und zogen mit einem schnellen Lauf über 13:18 bis auf 14:19 (33.) davon.
 
Wer die Gmünder jedoch abgeschrieben hatte, sah sich getäuscht. Der Fünf-Tore-Rückstand wirkte wie ein Weckruf. Mit einer taktischen Feineinstellung im Abwehrzentrum und deutlich aggressiverem Heraustreten auf die Rückraumschützen der Willstätter zog der TSB der gegnerischen Offensive fortan komplett den Zahn. Über beeindruckende zwölf Minuten lang blieb die HSG ohne eigenen Treffer. Gleichzeitig fand der TSB im Angriff über die zweite Welle und durch konsequentes Eins-gegen-Eins zurück in die Spur. Mit einem mitreißenden 7:0-Lauf wandelten die Jets den 14:19-Rückstand bis zur 39. Minute in eine 21:19-Führung um.
 

Nervenkrimi in der Schlussphase – Kadertiefe gibt den Ausschlag

Es folgte eine hochdramatische Schlussphase. Über sechs Minuten lang (von der 39. bis zur 45. Minute) gelang beiden Teams im offenen Schlagabtausch kein einziger Treffer. Beim Stand von 20:20 in der 45. Minute war der Ausgang der Partie vollkommen offen. In den letzten fünf Spielminuten gab schließlich die Kadertiefe des TSB den Ausschlag. Während bei den Gästen nach dem kräftezehrenden Spielverlauf spürbar die Kraft schwand, konnte das Gmünder Trainerteam von der Auswechselbank noch einmal frische Impulse und Power bringen. Sowohl in der Abwehrarbeit als auch beim Nutzen der Lücken in der gegnerischen Abwehr behielt der TSB in den entscheidenden Situationen die Nerven und schraubte das Ergebnis zum 25:22-Endstand hoch.
 
Trainer Michael Hieber ordnete die Leistung seiner Mannschaft nach dem Abpfiff wie folgt ein: „Es ist unglaublich, was unsere Jungs heute geleistet haben. Nach einem Fünf-Tore-Rückstand nach 33 Minuten und obwohl wir heute sicherlich nicht unser bestes Spiel gezeigt haben, diese Partie noch zu drehen – das ist ein riesengroßer weiterer Entwicklungsschritt für die Mannschaft.“
Auch wenn die Begegnung keineswegs ein spielerischer Leckerbissen war, überwog am Ende der Stolz auf eine überragende kämpferische Einstellung und eine geschlossene Mannschaftsleistung. Trainer Michael Hieber hob nach dem Abpfiff besonders die Moral seines Teams hervor, ein bereits verloren geglaubtes Spitzenspiel durch eine überragende Abwehrleistung und mehr Überzeugung in der Offensive in der zweiten Halbzeit noch komplett gedreht zu haben. Nach vier Siegen aus vier Spielen steht für die TSB B-Jugend am kommenden Wochenende zunächst ein spielfreies Wochenende an, ehe am 1. November die lange Auswärtsfahrt zum TSV Alemannia Freiburg-Zähringen auf dem Programm steht.
 
TSB: Luis Sauter, Simon Ammon – Leo Weber (7/1), Elia Nagel (3), Lenny Kratochwille (3), Felix Grieser (3), Rafael Hieber (3), Ferdinand Schwarz (3), Niko Wüstling (2), Paul Nagel (1), Ben Kolb, Jakob Leitner, Henry Neukamm, Lenny Burek

(Text: Markus Weber - Bilder: Frank Bieg)