TSB-Perspektivteam erfüllt die Pflicht – und muss weiter zittern

Der TSB Gmünd II hat sein Finale gewonnen. Mit einem souveränen 40:31 (19:14) - Heimsieg besiegelten die „Jets“ den Abstieg des TSV Alfdorf/Lorch/Waldhausen II. Doch ob es für den eigenen Klassenerhalt in der Bezirksoberliga reicht, entscheidet sich erst am letzten Spieltag – und zwar ohne Gmünder Beteiligung.

Es war das große Endspiel nach einer kräftezehrenden englischen Woche – und der TSB hielt dem Druck stand. Entsprechend erleichtert zeigte sich Trainer Patrick Schamberger: „Es war das erwartet spannendes Spiel. Die Jungs waren teilweise sehr nervös, aber brutal motiviert. Die Jungs haben wieder bewiesen, dass sie es definitiv können.“ Bis auf den verletzten Sebastian Wittek war der Kader komplett und wurde zusätzlich unterstützt durch Linkshänder Florian Abele.


Die Gmünder starteten furios in die Partie und erlebten, angeführt von Felix Daubner, einen 4:0-Traumstart in den ersten acht Minuten. Die Abwehr arbeitete aggressiv, lief „einen Meter mehr“, wie es Schamberger formulierte – und legte damit den Grundstein für die frühe Dominanz. „Wir haben begonnen wie die Feuerwehr, besonders in der Abwehr. Dadurch hatten wir eine brutale Stabilität und haben fast nichts zugelassen. Das hat uns im Angriff Sicherheit gegeben“, so der TSB-Coach.


Diese Sicherheit nutzten die Gastgeber konsequent. Immer wieder spielten sie ihre Angriffe sauber aus, fanden den freien Mann oder nutzten ihre Schnelligkeit im Umschaltspiel. Bei Abeles 9:4 (14.) und wenig später beim 13:8 (20.) durch das neunte Tor von Daubner hatte sich der TSB bereits deutlich abgesetzt. Zwar verkürzte Alfdorf bis zur Pause noch leicht, doch die 19:14-Führung war hochverdient. Und auch nach dem Seitenwechsel ließen die Gmünder keinen Zweifel mehr am Ausgang der Partie.


Angeführt von einem überragenden Felix Daubner, der auf unglaubliche 19 Tore kam – darunter alle zehn Siebenmeter sicher verwandelt – kontrollierte der TSB das Geschehen. „Ein sensationelles Spiel“, lobte Schamberger den Halblinken, der damit auch ligaweit zu den Top-Torjägern zählt. Auch Kai Jaros überzeugte auf der Mitte als Spielgestalter, während sich Jonathan Leichs stark in die Partie kämpfte. Der TSB nutzte seine personellen Möglichkeiten geschickt: „Ich konnte früh wechseln, damit jeder seine Luft bekommt. So konnten wir in der zweiten Halbzeit wieder zurückwechseln.“


Zwischen der 40. und 50. Minute zog der TSB endgültig davon. Über 27:20 (42.) und 32:23 (48.) wuchs der Vorsprung kontinuierlich an, ehe der A-Jugendliche Max Wollmann 36:24 (51.) seine Torpremiere bejubeln durfte. Immer wieder nutzten die Gmünder Ballgewinne zu einfachen Gegenstoßtoren, während Alfdorf sich zunehmend in technischen Fehlern verlor. „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir einbrechen. Jeder Zuschauer hat gesehen, dass wir besser sind“, betonte Schamberger. Am Ende stand ein souveräner 40:31-Erfolg – doch die Erleichterung blieb gedämpft. Denn trotz des vierten Sieges in Folge ist der Klassenerhalt noch nicht gesichert, da auch die Konkurrenten punkteten.


Als Tabellenachter mit 24:28 Punkten hat der TSB seine Hausaufgaben gemacht, muss nun aber auf Schützenhilfe hoffen. Zwei Konkurrenten könnten am kommenden Sonntag noch vorbeiziehen: Der TV Obertürkheim (23:27) trifft auf den Vorletzten Alfdorf, die SG Schorndorf (22:28) auf den Tabellendritten HSG Oberer Neckar. Nur eines der beiden Teams darf gewinnen – sonst droht den Gmündern trotz ihrer Aufholjagd noch der Absturz auf den zehnten Rang, der den ersten von insgesamt fünf Abstiegsplätzen darstellt. Nach sechs Siegen aus den letzten sieben Saisonspielen wäre es ein maximal bitterer Abgang.
 
TSB II: Tizian Daubner, Dennis Slonek – Felix Daubner (19/10), Kai Jaros (7), Jonathan Leichs (4), Florian Abele (2), Kai Kiesel (2), Noel Reibstein (2), Paul Fritz (1), Aaron Wild (1), Can Oktay (1), Max Wollmann (1), Jonas Stütz
TSV II: Ben Kordulla, Jens Heinzelmann – Stephan Schenker (7/4), Ben Stettner (6), Felix Krazer (4), Tom Bareiß (3), Lucas Mattheis (2), Maximilian Köngeter (2), Maximilian Fritz (2), Maximilian Kinkel (2), Tobias Folter (2), Marcel Mattheis (1), Bennet Klenk
Rote Karte: Tobias Folter (TSV/57.)
 
(Text: Nicolas Schoch - Bild: Johannes Zimmermann / Rems-Zeitung)