Starke Abwehr und X-Faktor von der Bank: TSB-Perspektivteam gewinnt das erste von zwei Endspielen

Der TSB Gmünd II darf weiter auf den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga hoffen. Nach nervösem Start gewannen die „Jets“ am Mittwochabend bei den SF Schwaikheim II letztlich souverän mit 28:19 (14:9) – und verdienten sich ein alles entscheidendes Finale in eigener Halle.

Ein langer Atem, vor allem aber Nervenstärke ist in dieser letzten Woche der Saison gefordert. Den ersten Schritt hat das Perspektivteam des TSB Gmünd schon einmal bewältigt und meldete sich eindrucksvoll zurück nach der 25:33-Niederlage bei der HSG Oberer Neckar nur vier Tage zuvor. Dies war ein „Katastrophenspiel“, weshalb sich Trainer Patrick Schamberger umso mehr über die nun gezeigte, bislang beste Abwehrleistung seiner Mannen freute: „Das gibt uns die Sicherheit. So konnten wir im Angriff auch ein paar Mal verballern, sind aber trotzdem in der Abwehr wieder rein gekommen.“
Mit drei Paraden am Stück war Torwart Tizian Daubner hervorragend in das Auswärtsspiel gestartet. Seine Vorderleute konnten das zunächst nicht ummünzen, ehe sie nach zehn Minuten die Nervosität ablegten und Kai Jaros einen Abpraller zum 6:4 verwertete. In Überzahl erhöhte Kai Kiesel über die volle Distanz des Feldes, der nächste Versuch von Tizian Daubner flog nur knapp am leerstehenden Schwaikheimer Gehäuse vorbei. Dann zündete der neue Impuls von der Bank: Florian Abele und Simon Neumaier aus dem Regionalliga-Meisterteam waren für ihre Gegenspieler kaum zu halten, als sie ihre Dynamik ausspielten.
Auffällig besonders Abele, der als gelernter Rechtsaußen plötzlich in der Mitte Regie führte und immer wieder stark in die Tiefe ging. Als die Abwehrhünen Moritz Kienzle und Kai Kiesel den nächsten Ball abfingen, startete Neumaier durch und vollstreckte zum 12:6 (21.). Als der nächste Gegenstoß durch Noel Reibstein zum 14:7 (23.) einschlug, waren die Hausherren bereits zu ihrer zweiten Auszeit gezwungen. Alles lief nach Plan für den TSB – oder etwa doch nicht?
Die Gmünder verpassten es, vorzeitig davonzuziehen. Zweimal Jonas Stütz von Linksaußen sowie der durchgebrochene Neumaier vergaben aus bester Position. Ein Schwaikheimer Siebenmeter-Lattentreffer bewahrte sogar vor weiterem Schaden, doch nach dem 14:9-Pausenstand drohte die Partie sogar zu kippen. Erst nach knapp zehn Minuten ohne eigenen Treffer durchbrach Abele den Bann, Tizian Daubner fing noch im Zurücklaufen einen Distanzwurf ab und verhinderte so, dass der Vorsprung nicht weiter zusammenschmolz als beim 15:13 (35.) ohnehin schon geschehen.
Doch zur richtigen Zeit stabilisierte sich der TSB über seine starke Abwehr um Can Oktay. Vorne ging Felix Daubner voran, beruhigte die Nerven mit einem präzisen Kreisanspiel auf Kiesel sowie einem lässigen Kopfleger von der Siebenmeterlinie zum 18:13 (39.). Und es kam weiterer X-Faktor dazu: Direkt nach seiner Einwechslung parierte Dennis Slonek einen Strafwurf von Maik Gronwald und durfte zwischen den Pfosten bleiben. „Ich habe mich mit beiden Torhütern angeschaut und mich dafür entschieden“, so erklärte Schamberger seine goldrichtige Sekundenentscheidung.
Trotz anhaltendem Chancenwucher gewannen die Gmünder das Momentum zurück, hatten schließlich auch den längeren Atem. Zweimal schaltete Neumaier blitzschnell um, traf erst selbst und legte in der nächsten Szene ab für den mitgelaufenen Abele – 23:16 (52.). Nachdem Kiesel vom Kreis doppelt traf, sorgten die beiden 19 Jahre jungen Linkshänder mit einem perfekten Kempa-Trick sogar für ein Zehn Tore-Polster. Die TSB-Defensive blieb bis zum Schluss stabil und tütete mit dem 28:19 den vierten Sieg aus den vergangenen fünf Partien ein.
Am Sonntag (17 Uhr / Große Sporthalle) kommt es zum finalen Showdown gegen den Tabellenvorletzten TSV Alfdorf/Lorch/Waldhausen II, der beinahe schon abgestiegen ist. Die Gmünder Ausgangslage hingegen ist klar: Man muss den neunten Rang halten und fünf Teams hinter sich lassen, um ganz sicher in der Liga zu bleiben. Komplett in eigener Hand hat der TSB II sein Schicksal zwar nicht mehr, doch mit einem eigenen Sieg würde Vieles für ein großes Happy End in diesem dramatischen Abstiegskampf sprechen.
TSB II: Tizian Daubner, Dennis Slonek – Felix Daubner (7/2), Florian Abele (6), Simon Neumaier (6), Kai Jaros (4), Kai Kiesel (4), Noel Reibstein (1), Jonas Stütz, Aaron Wild, Can Oktay, Max Wollmann, Moritz Kienzle
(Text und Bilder: Nicolas Schoch)