Bittere Schlussminuten: TSB-Perspektivteam verpasst den Befreiungsschlag denkbar knapp

Auch das dritte Kellerduell in Folge endete für den TSB Gmünd mit einem herben Rückschlag. Beim SV Hohenacker-Neuenstadt belohnte sich das Schamberger-Team nicht für einen großen Kampf und unterlag mit 31:32 (17:18), weil in der Crunch-Time nur noch zwei Treffer gelangen.

Der Drittletzte zu Gast beim Vorletzten – beide Mannschaften klammerten sich im Kampf um den Klassenerhalt an den letzten Strohhalm. Entsprechend intensiv ging es zur Sache, wobei die Gmünder Offensive trotz dem strikten Harzverbot in Hohenacker zunächst überraschend gut auftrumpfte. Der starke Felix Daubner traf früh zum 3:2 (3.) für die Gäste, die sich auch von einem 4:6-Rückstand (6.) nicht aus der Ruhe bringen ließen und die Partie nach einer Viertelstunde auf den Kopf stellten. Das zwischenzeitliche 10:8 (15.) konnte der TSB aber nicht behaupten. Denn die eigene Abwehr wurde "immer schwammiger", wie Trainer Patrick Schamberger beklagte. Erst bekamen seine Mannen den beweglichen SV-Kreisläufer Elias Hartmann (8 Tore), später dann den Rückraumkanonier Tim Brand (9) nicht richtig zu fassen.
 
Bei den Gmünder taten sich Noel Reibstein und Jonas Stütz als sichere Schützen von den Außenpositionen hervor. In einem fehlerbehafteten Schlagabtausch hatte der TSB bis zum 13:12 (23.) hauchdünn die Nase vorne, allmählich aber kippte das Momentum. Direkt mit der Pausensirene kassierte der TSB das 17:18 (30.) und geriet anschließend erstmals mit zwei Toren ins Hintertreffen. Doch der Gmünder Kampfgeist erwachte damit erst, sie zogen beim 21:21 (38.) umgehend gleich. Nachdem der angeschlagene Spielmacher Sebastian Wittek dem Spiel kaum seinen Stempel aufdrücken konnte, übernahm Kai Jaros und führte klug Regie. Doch vor allem die einfachen Tore aus dem Rückraum fehlten – und das sollte sich bitter rächen.
 
Als sich die Defensive um Can Oktay immer aggressiver verteidigte und Stütz im Gegenzug auf 27:25 (46.) stellte, waren die Gmünder scheinbar auf die Siegerstraße eingebogen. In der Crunch-Time setzte Hohenacker-Neustadt auf eine offensive Abwehr, der TSB versuchte mit einem zusätzlichen Feldspieler im Angriff dagegenzuhalten. Der erhoffte Effekt blieb aus. Aaron Wild warf den TSB beim 29:28 (51.) in Front und Daubner egalisierte einen Rückstand von der Siebenmeterlinie zum 30:30 (56.).
 
Bessere Nerven, aber auch das Quäntchen Glück hatten allerdings die Hausherren nach ihrem Doppelschlag zum 30:32 (57.). Reibstein verkürzte zwar noch einmal. In den torlosen Schlussminuten haderte der TSB erst mit einem nicht ausbleibenden Siebenmeterpfiff, dann mit einem umstrittenen Stürmerfoul von Jaros. "Dieser eine berühmte Angriff", bedauert Schamberger, "hat uns zum Unentschieden oder sogar zum Sieg gefehlt. Wir waren dran, belohnen uns aber nicht – das tut brutal weh."
 
Klagen hilft dem TSB-Perspektivteam nichts mehr. Angesichts von nunmehr neun sieglosen Auftritten und vier Punkten Rückstand auf einen sicheren Rang hat sich die Schlinge bedrohlich zugezogen. Weshalb am Samstag (17:15 Uhr / Große Sporthalle) gegen den Tabellenletzten HC Winnenden die Wende gelingen muss. "Jeder weiß, was es geschlagen hat", betont der Trainer: "Wir haben noch sechs Spiele – und jedes davon ist ein absolutes Endspiel."
 
TSB II: Tizian Daubner, Dennis Slonek – Felix Daubner (10/4), Noel Reibstein (8), Jonas Stütz (7), Kai Kiesel (3), Jonathan Leichs (2), Aaron Wild (1), Paul Fritz, Sebastian Wittek, Can Oktay, Max Wollmann, Kai Jaros
 
(Nicolas Schoch)