Die beste Leistung reicht nicht: TSB-Perspektivteam gerät unter Zugzwang

Der TSB Gmünd II schlägt sich tapfer, unterliegt aber dem Primus TSV Schmiden II mit 32:39 (18:17). Nach sechs sieglosen Spielen spitzt die Lage im Abstiegskampf weiter zu, das bevorstehende Derby bei der HSG Bargau/Bettringen II wird bereits zu einem Schicksalsspiel.


Schwierigen Wochen blickt das TSB-Perspektivteam entgegen. Während die Konkurrenten im Tabellenkeller der Bezirksoberliga weiter punkten, konnten die Gmünder im neuen Jahr noch keinen einzigen Zähler verbuchen. Mittlerweile ist man auf den viertletzten Platz abgerutscht, der zum Saisonende ein Abstiegsrang sein könnte. Dass sich Trainer Patrick Schamberger trotzdem voll hinter sein Team stellt, hat nichts mit Zweckoptimismus zu tun, sondern einem couragierten Auftritt gegen Spitzenreiter TSV Schmiden II. „Die ganze Mannschaft hat sich kämpferisch von ihrer besten Seite gezeigt, die ich bislang von ihr gesehen habe“, lobte der Trainer trotz der 32:39-Heimschlappe und fand nur: „Das war sensationell.“
 
Besonders der erste Durchgang, als die Gmünder gleich einmal mit einem 3:0-Traumstart verblüfften. Die Führung wurde gehalten, aber nicht weiter ausgebaut. Offensiv liefen Kai Jaros und Felix Daubner zur Höchstform auf, mit einer starken offensiven Abwehr wurden die Gäste zu technischen Fehlern und beim Stand von 11:9 (16.) zu ihrer ersten Auszeit gezwungen. Das einzige Manko beschreibt der Trainer: „So gut wie unsere Abwehr funktioniert hat, haben wir unterm Strich doch zu viele und zu einfache Tore kassiert.“ Als der TSB kurzzeitig mit 12:13 (20.) ins Hintertreffen geriet, löste Dennis Slonek seinen Kollegen Tizian Daubner im Tor ab und entschärfte prompt drei freie Würfe. Im Gegenzug hatte Spielmacher Sebastian Wittek immer wieder zündende Ideen, Felix Daubner vollstreckte immer wieder eiskalt und lieferte mit 14 Toren seine bislang stärkste Vorstellung im TSB-Dress ab. Als Aaron Wild mit der Pausensirene zum 18:17 einnetzte, war das schon ein echtes Ausrufezeichen der abstiegsbedrohten Hausherren.
 
Doch es folgte die kalte Dusche. Die Gmünder schafften es auch nach der Pause nicht, die wuchtigen Schmidener Rückraumwürfe aus teilweise zehn Metern zu unterbinden. Nach einem Fehlstart in die zweite Hälfte warf Paul Fritz den TSB nochmals mit 23:22 (37.) in Front, doch fünf torlose Minuten und ein 0:6-Lauf ließen das Spiel kippen. „Wir machen uns das Leben selber schwer“, appellierte Schamberger in einer eilig einberufenen Auszeit, wonach sich sein Team wieder fand. Daubner verkürzte auf 28:30 (47.), doch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Rückraumpartner Jaros erschwerte die Aufholjagd. Letztlich gingen die Kräfte aus, während die Gäste weiterhin aufs Gaspedal traten sich und über die zweite Welle entscheidend absetzen. Beim Stand von 29:35 (55.) vergab der TSB noch eine Doppelchance durch Can Oktay und Felix Daubner – die Niederlage, auch wenn sie einen Tick zu deutlich ausfiel, war besiegelt.
 
„Auf Dauer war es für uns nicht machbar, gegen diese Top-Mannschaft dagegenzuhalten“, musste Schamberger eingestehen. Doch der Blick richtete sich prompt wieder nach vorne. Denn bei der HSG Bargau/Bettringen II steht am Sonntag (18 Uhr / FEIN-Halle Bargau) das „für uns wohl engste und wichtigste Derby“ an. Die beiden Nachbarn trennt in der Tabelle nur ein einziger Punkt, der Siegeszug der HSG II wurde jüngst mit einer 24:25-Niederlage in Schwaikheim beendet. Für den TSB ist es der Auftakt zu einer Reihe von vier Kellerduellen in Folge – es wird dringend Zeit für ein Erfolgserlebnis, damit die Luft nicht noch dünner wird.
 
TSB II: T. Daubner, Slonek – F. Daubner (14/3), Jaros (5), Wittek (4), Stütz (3), Oktay (3), Fritz (1), Wild (1), Kiesel (1), Gold, Reibstein, Wollmann
 
(Nicolas Schoch)