Herzschlagfinale beendet die Gmünder Serie: TSB verliert hauchdünn und rutscht ab

Offensivkraft alleine reicht dem TSB Gmünd nicht, um seinen Erfolgslauf auszubauen. Ein wilder Schlagabtausch bei der HSG Ostfildern endet denkbar bitter mit einer 35:36 (17:17) – Niederlage. Trainer Aaron Fröhlich kritisiert mangelnde Einstellung und schlampige Abwehrarbeit.

Nichts war es mit dem vierten Sieg in Folge. Nachdem der TSB Gmünd die HSG Ostfildern in den vergangenen drei Duellen jeweils knapp bezwungen hatte und diese Partien von beiden Abwehrreihen dominiert wurden, folgte am Samstagabend ein Offensivfeuerwerk. Attraktiv für die Zuschauer, nicht für Aaron Fröhlich. Der hörbar gefrustete TSB-Trainer sprach von einer durchwachsenen Leistung: „36 Gegentore sind einfach zu viel – egal, ob sie aus eigenen Fehlern im Angriff oder durch schlechte Abwehrarbeit entstehen.“ Zwar warf sein Team selbst zum achten Mal in Folge weit über 30 Treffer. Umso ärgerlicher, dass man selbst nach einer Zwei Tore-Führung kurz vor der Halbzeitpause und bis zur 39. Minute nie zur erhofften Stabilität fand.
 
Genau darin scheint beim Aufstiegsanwärter inzwischen ein Kopfproblem zu herrschen. Wie schon bei den unerwarteten Niederlagen gegen Steißlingen (33:35 und 32:36) rund um den Jahreswechsel, vermisste der Trainer die richtige Einstellung von der ersten Minute an. „Wenn wir es vom Einsatz und vom Willen nicht richtig angehen, dann wird es extrem schwer, während dem Spiel die Abwehrarbeit hochzufahren“, nennt Fröhlich die Parallelen. „Wir warten ab und hoffen, das es ein anderer macht. Offensiv hatten wir nicht immer das beste Durchsetzungsvermögen, sind dann in Konter gelaufen und haben es oft auch gar nicht in eine stabile Abwehr geschafft.“ Das wurde in diesem Fall auch vom zuvor kriselnden Tabellenzehnten aus Ostfildern bestraft.
 

Zwei starke Rückraumreihen dominieren

Als der TSB mit dem 4:3 (5.) durch Stefan Scholz erstmals die Führung an sich riss, da hatte der wilde Schlagabtausch bereits seinen ersten Aufreger erlebt. Yannik Leichs wurde von seinem Gegenspieler Janne Böhm mit der Faust im Gesicht getroffen, was eigentlich eine Rote Karte für den HSG-Halblinken zur Folge hätte haben müssen. Die Schiedsrichter beließen es bei einer von vielen Zeitstrafen, aus denen der TSB allerdings kaum einen Vorteil ziehen konnte. Stattdessen gerieten die Gmünder vom 7:9 (12.) bis zum 12:14 (20.) durchweg ins Hintertreffen, weil Ostfildern immer wieder seine Rückraumschützen Böhm und Luis Foege in Szene setzte. Anschließend folgte die beste Phase der Gäste. Torwart Daniel Mühleisen traf mit einem Wurf über das gesamte Feld selbst zum Ausgleich und hielt seinen Kasten acht Minuten lang sauber. Gleichzeitig nutzten Linkshänder Scholz und Andreas Maier die Lücken, drehten den Spielstand auf 16:14 (27.).
 
Dieses dünne Polster konnte der TSB allerdings nicht in die Pause retten. Der 17:17-Zwischenstand erhitzte die Gemüter kurzzeitig: Maier traf mit einem direkten Freiwurf nur in die Mauer, HSG-Torwart Fabio Breuning wollte einen Gesichtstreffer erkannt haben und wurde für einen Schubser an einem TSBler für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt. Was die Gmünder nutzten, um sich direkt nach Wiederanpfiff die Führung zurückzuholen. Angeführt von Spielmacher Tom Abt biss sich der TSB hinein, schaltete schnell um und erhöhte durch Patrick Watzl sogar auf 24:22 (38.). „Eigentlich hätten wir zur Halbzeit schon zurückliegen können“, fand Fröhlich. „Auch danach haben wir es nicht geschafft, das Spiel dauerhaft in die richtige Richtung zu lenken.“ So kippte das Momentum schnell wieder gegen sein Team.
 

Führung verspielt, zu spät aufgebäumt

Ostfildern wendete das Blatt innerhalb kürzester Zeit. Der sonst sichere Linksaußen Jon Gehrung verpasste es von der Siebenmeterlinie sogar, die HSG mit zwei Toren in Front zu bringen. Stattdessen egalisierte Leichs noch einmal zum 26:26 (44.). Was aber nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass dem TSB alles entglitt. Nach nur drei eigenen Treffern in zehn Minuten war man erstmals um drei Tore zurückgefallen. Noch bitterer: Als Böhm zum 27:30 (50.) traf und dabei von Maier umgerissen wurde, wurde der TSB-Abwehrchef mit seiner dritten Zeitstrafe disqualifiziert. Zum sechsten Mal in dieser Saison Rot gegen Maier – ein negativer Rekord ligaweit. Seine Kollegen bewiesen Charakter, in Unterzahl stellte Rechtsaußen Wolfgang Bächle den Anschluss wieder her. Auf der linken Außenbahn blieb Niklas Burtsche nervenstark, traf erst zum 32:33 (55.) und glich nach einem Ballgewinn sogar zum 34:34 (58.) aus. Für den TSB, der scheinbar schon auf der Verliererstraße lag, war mindestens ein Punkt wieder greifbar.
 
Eine Zeitstrafe gegen die Gmünder Bank – Fröhlich hatte zu heftig reklamiert, dass ein gegnerische Wurf eigentlich vor und nicht hinter der Torlinie aufgesprungen wäre – war „ein Stück weit der Sargnagel“, wie der TSB-Trainer einräumte. Bei allem eigenen Unvermögen wunderte er sich durchaus über einige Entscheidungen der Schiedsrichter. 60 Sekunden vor dem Ende warf Böhm nach einem Pfiff noch aufs Gmünder Tor und kassierte die Zeitstrafe, doch Ostfildern blieb in Ballbesitz. Obwohl zuvor Zeitspiel angezeigt worden war, lief der Angriff noch 30 Sekunden weiter, bevor Ex-Bundesligaprofi Foege mit seinem elften Treffer zum 36:34 die Gmünder Hoffnungen pulverisierte. Im Gegenzug verwandelte Burtsche einen Siebenmeter zwar im Nachwurf, doch die Zeit lief herunter und der TSB musste mit seiner sechsten Saisonniederlage im Gepäck heimfahren.
 

Teure Niederlage in einer engen Spitzengruppe

Mit 29:13 Punkten fallen die Gmünder damit hinter Albstadt (33:11), Heiningen (32:14) und Baden-Baden (31:13) auf den vierten Tabellenplatz zurück. Neun Spieltage vor Schluss spitzt sich das Aufstiegsrennen damit weiter zu und erreicht am kommenden Samstag (19:30 Uhr / Große Sporthalle) gegen den Fünften TSV Weinsberg (28:16) einen weiteren Höhepunkt. Der TSB weiß: In dieser Liga entscheiden oft Nuancen, in Ostfildern gingen sie nicht auf sein Konto.
Offensivkraft alleine reicht dem TSB Gmünd nicht, um seinen Erfolgslauf auszubauen. Ein wilder Schlagabtausch bei der HSG Ostfildern endet denkbar bitter mit einer 35:36 (17:17) – Niederlage. Trainer Aaron Fröhlich kritisiert mangelnde Einstellung und schlampige Abwehrarbeit.

Nichts war es mit dem vierten Sieg in Folge. Nachdem der TSB Gmünd die HSG Ostfildern in den vergangenen drei Duellen jeweils knapp bezwungen hatte und diese Partien von beiden Abwehrreihen dominiert wurden, folgte am Samstagabend ein Offensivfeuerwerk. Attraktiv für die Zuschauer, nicht für Aaron Fröhlich. Der hörbar gefrustete TSB-Trainer sprach von einer durchwachsenen Leistung: „36 Gegentore sind einfach zu viel – egal, ob sie aus eigenen Fehlern im Angriff oder durch schlechte Abwehrarbeit entstehen.“ Zwar warf sein Team selbst zum achten Mal in Folge weit über 30 Treffer. Umso ärgerlicher, dass man selbst nach einer Zwei Tore-Führung kurz vor der Halbzeitpause und bis zur 39. Minute nie zur erhofften Stabilität fand.
 
Genau darin scheint beim Aufstiegsanwärter inzwischen ein Kopfproblem zu herrschen. Wie schon bei den unerwarteten Niederlagen gegen Steißlingen (33:35 und 32:36) rund um den Jahreswechsel, vermisste der Trainer die richtige Einstellung von der ersten Minute an. „Wenn wir es vom Einsatz und vom Willen nicht richtig angehen, dann wird es extrem schwer, während dem Spiel die Abwehrarbeit hochzufahren“, nennt Fröhlich die Parallelen. „Wir warten ab und hoffen, das es ein anderer macht. Offensiv hatten wir nicht immer das beste Durchsetzungsvermögen, sind dann in Konter gelaufen und haben es oft auch gar nicht in eine stabile Abwehr geschafft.“ Das wurde in diesem Fall auch vom zuvor kriselnden Tabellenzehnten aus Ostfildern bestraft.
 

Zwei starke Rückraumreihen dominieren

Als der TSB mit dem 4:3 (5.) durch Stefan Scholz erstmals die Führung an sich riss, da hatte der wilde Schlagabtausch bereits seinen ersten Aufreger erlebt. Yannik Leichs wurde von seinem Gegenspieler Janne Böhm mit der Faust im Gesicht getroffen, was eigentlich eine Rote Karte für den HSG-Halblinken zur Folge hätte haben müssen. Die Schiedsrichter beließen es bei einer von vielen Zeitstrafen, aus denen der TSB allerdings kaum einen Vorteil ziehen konnte. Stattdessen gerieten die Gmünder vom 7:9 (12.) bis zum 12:14 (20.) durchweg ins Hintertreffen, weil Ostfildern immer wieder seine Rückraumschützen Böhm und Luis Foege in Szene setzte. Anschließend folgte die beste Phase der Gäste. Torwart Daniel Mühleisen traf mit einem Wurf über das gesamte Feld selbst zum Ausgleich und hielt seinen Kasten acht Minuten lang sauber. Gleichzeitig nutzten Linkshänder Scholz und Andreas Maier die Lücken, drehten den Spielstand auf 16:14 (27.).
 
Dieses dünne Polster konnte der TSB allerdings nicht in die Pause retten. Der 17:17-Zwischenstand erhitzte die Gemüter kurzzeitig: Maier traf mit einem direkten Freiwurf nur in die Mauer, HSG-Torwart Fabio Breuning wollte einen Gesichtstreffer erkannt haben und wurde für einen Schubser an einem TSBler für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt. Was die Gmünder nutzten, um sich direkt nach Wiederanpfiff die Führung zurückzuholen. Angeführt von Spielmacher Tom Abt biss sich der TSB hinein, schaltete schnell um und erhöhte durch Patrick Watzl sogar auf 24:22 (38.). „Eigentlich hätten wir zur Halbzeit schon zurückliegen können“, fand Fröhlich. „Auch danach haben wir es nicht geschafft, das Spiel dauerhaft in die richtige Richtung zu lenken.“ So kippte das Momentum schnell wieder gegen sein Team.
 

Führung verspielt, zu spät aufgebäumt

Ostfildern wendete das Blatt innerhalb kürzester Zeit. Der sonst sichere Linksaußen Jon Gehrung verpasste es von der Siebenmeterlinie sogar, die HSG mit zwei Toren in Front zu bringen. Stattdessen egalisierte Leichs noch einmal zum 26:26 (44.). Was aber nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass dem TSB alles entglitt. Nach nur drei eigenen Treffern in zehn Minuten war man erstmals um drei Tore zurückgefallen. Noch bitterer: Als Böhm zum 27:30 (50.) traf und dabei von Maier umgerissen wurde, wurde der TSB-Abwehrchef mit seiner dritten Zeitstrafe disqualifiziert. Zum sechsten Mal in dieser Saison Rot gegen Maier – ein negativer Rekord ligaweit. Seine Kollegen bewiesen Charakter, in Unterzahl stellte Rechtsaußen Wolfgang Bächle den Anschluss wieder her. Auf der linken Außenbahn blieb Niklas Burtsche nervenstark, traf erst zum 32:33 (55.) und glich nach einem Ballgewinn sogar zum 34:34 (58.) aus. Für den TSB, der scheinbar schon auf der Verliererstraße lag, war mindestens ein Punkt wieder greifbar.
 
Eine Zeitstrafe gegen die Gmünder Bank – Fröhlich hatte zu heftig reklamiert, dass ein gegnerische Wurf eigentlich vor und nicht hinter der Torlinie aufgesprungen wäre – war „ein Stück weit der Sargnagel“, wie der TSB-Trainer einräumte. Bei allem eigenen Unvermögen wunderte er sich durchaus über einige Entscheidungen der Schiedsrichter. 60 Sekunden vor dem Ende warf Böhm nach einem Pfiff noch aufs Gmünder Tor und kassierte die Zeitstrafe, doch Ostfildern blieb in Ballbesitz. Obwohl zuvor Zeitspiel angezeigt worden war, lief der Angriff noch 30 Sekunden weiter, bevor Ex-Bundesligaprofi Foege mit seinem elften Treffer zum 36:34 die Gmünder Hoffnungen pulverisierte. Im Gegenzug verwandelte Burtsche einen Siebenmeter zwar im Nachwurf, doch die Zeit lief herunter und der TSB musste mit seiner sechsten Saisonniederlage im Gepäck heimfahren.
 

Teure Niederlage in einer engen Spitzengruppe

Mit 29:13 Punkten fallen die Gmünder damit hinter Albstadt (33:11), Heiningen (32:14) und Baden-Baden (31:13) auf den vierten Tabellenplatz zurück. Neun Spieltage vor Schluss spitzt sich das Aufstiegsrennen damit weiter zu und erreicht am kommenden Samstag (19:30 Uhr / Große Sporthalle) gegen den Fünften TSV Weinsberg (28:16) einen weiteren Höhepunkt. Der TSB weiß: In dieser Liga entscheiden oft Nuancen, in Ostfildern gingen sie nicht auf sein Konto.

HSG Ostfildern – TSB Jets 36:35 (17:17)

HSG: Sebastian Arnold, Fabio Breuning – Luis Foege (11/1), Janne Böhm (7), Jon Gehrung (7/4), Lukas Aichele (5), Jan Steinfath (4), Florian Distel (2), Ben Tiago van der Mei, Max Böhm, Lukas Lehmkühler, Lenny Piskureck, Max Balbuchta, Tim Bauer, Marko Hettler
TSB: Daniel Mühleisen (1), Tobias Klemm – Tom Abt (9), Niklas Burtsche (8/1), Yannik Leichs (6), Stefan Scholz (4), Wolfgang Bächle (3), Kai Schäffner (2), Andreas Maier (1), Patrick Watzl (1), Stephan Mühleisen, Florian Abele, Simon Neumaier, Arian Pleißner, Jonas Waldenmaier
Siebenmeter: HSG 7/5 – TSB 2/1
Zeitstrafen: HSG 14 Minuten – TSB 10 Minuten
Rote Karte: Andreas Maier (TSB/50./Dritte Zeitstrafe)
Schiedsrichter: Dirk Olbert, Tim Seils
Zuschauer: 400
 
(Nicolas Schoch)