Zweite Mannschaft: Mit Sohnle zurück zu alter Stärke

Der TSB Gmünd II will eine sorgenfreie Saison spielen und sich in der Bezirksklasse Stauferland nach oben orientieren.

Die Zweite Mannschaft des TSB Gmünd in der Saison 2019/20

Hintere Reihe von links: Max Eichler, Moritz Kienzle, Samuel Glaser, Trainer Holger Sohnle, Daniel Derer, Benjamin Göth, Martin Anger

Vordere Reihe von links: Alexander Kaußler, Robert Heer, Sascha Grützmacher, Sebastian Göth, Giovanni Gentile, Lukas Lehle, Daniel Mucha

Es fehlen: Tobias Kößer, Florian Kaller, Jochen Leitner, Martin Reuter, Michael Deusch

(Foto: Jörg Frenze / JF-FotoStyle)

Im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg baut die Zweite Mannschaft des TSB Gmünd auf die Erfahrung von Trainerfuchs Holger Sohnle, um dem Abstiegskampf bestenfalls völlig aus dem Weg zu gehen. Mittelfristig soll der Weg der Oberliga-Reserve wieder in höhere Spielklassen führen, doch zunächst gilt es aus bewährten Kräften und aufstrebenden Jugendspielern ein Perspektivteam für die kommenden Jahre zu formen.
 
Eine Saison mit zwei völlig verschiedenen Gesichtern liegt hinter dem TSB II. Nach einer desaströsen Hinrunde fanden sich die Gmünder am Tabellenende wieder, schafften aber unmittelbar vor dem Jahreswechsel die Wende und sicherten sich als zweitbeste Rückrundenmannschaft den frühzeitigen Klassenerhalt. Als Tabellensiebter lag der TSB am Ende gerade einmal drei Punkte hinter Rang drei zurück, umgekehrt aber auch nur fünf Zähler vom ersten Abstiegsrang entfernt – eine kuriose Situation. Während der Kader komplett zusammengeblieben ist, gab es die einzige personelle Veränderung in diesem Sommer auf der Trainerposition zu bewältigen. Das Duo Simon Frey und Matthias Czypull zog "einen positiven Schlussstrich nach drei aufregenden Jahren." Neu an der Seitenlinie steht mit Holger Sohnle ein alter Bekannter.
 
Der Ur-TSBler war bereits von 2005 bis 2012 für die Geschicke der Zweiten Mannschaft des TSB verantwortlich und das durchaus erfolgreich: Bestes Ergebnis war ein dritter Platz in der Bezirksliga. Sohnles zweite Amtszeit jedoch wird auf diese eine Saison begrenzt sein. "Ein Traineramt reizt mich immer, vor allem weil ich viel noch nicht abgeschöpftes Potenzial sehe", so der 43-Jährige. Oberste Prämisse für sein erneutes Engagement sei allerdings die Zustimmung seiner Ehefrau gewesen. "Sie hat mehr oder weniger zähneknirschend für diese zehn Monate zugestimmt", verrät Sohnle schmunzelnd.
 
Das Hauptaugenmerk beim TSB 2 wird auch in dieser Saison auf einer starken Defensive liegen. Diese war mit durchschnittlich nur 24 Gegentreffern zuletzt der Erfolgsgarant, zugleich handelten sich die Gmünder angesichts von 13 Roten Karten in nur 22 Spielen allerdings auch den zweifelhaften Ruf als härteste Truppe im Bezirk ein. Genau an diesem Punkt möchte der neue Coach ansetzen: " Wir haben schon immer eine gute Abwehr gespielt, darauf wollen wir aufbauen. Vieles war in der vergangenen Saison schon gut, aber die Ruhe und Disziplin hat zu oft gefehlt. Wir werden deshalb versuchen, unnötige Zeitstrafen und Platzverweise zu vermeiden." Zum Ende der Vorbereitung jedenfalls ist Sohnle schon einmal zufrieden mit der Trainingsbeteiligung seiner Spieler: "Vieles liegt nicht in meiner Macht, doch die selbstkritische Einstellung jedes Einzelnen gefällt mir. Je öfter und gezielter wir uns vorbereiten können, umso mehr werden sich die Spieler auch verbessern können."
In personeller Hinsicht sieht Sohnle sein Team mehr als ordentlich aufgestellt, so kann er doch auf ein eingespieltes Kollektiv zurückgreifen. Verzichten muss er lediglich auf Robert Heer, der erst im Februar von einem Auslandsaufenthalt auf Malta zurückkehren wird. Öfters an Bord sein wird hingegen Giovanni Gentile (20). Der dritte Tormann der Oberliga-Mannschaft wird in der Bezirksklasse abwechselnd mit dem A-Jugendlichen Sascha Grützmacher (18) zwischen den Pfosten stehen. Apropos A-Jugend: Die von Aaron Fröhlich trainierten Nachwuchshoffnungen sollen über erste Einsätze in der "Zweiten" bereits an den Aktivenbereich herangeführt werden, so wie es bei Grützmacher bereits im vergangenen Jahr durchaus erfolgreich funktioniert hat. "Wir wollen diese Jungs bestmöglich integrieren, in erster Linie aber müssen sie sich nach ihrem eigenen Spielplan in der Württemberg-Oberliga richten", erklärt Sohnle, der zugleich darauf schiehlt, einige bekannte Gesichter zu reaktivieren. Jan und Felix Häfner sowie Lukas Waldenmaier, die sich aus privaten und beruflichen Gründen aus der Ersten Mannschaft vorerst zurückgezogen haben, sind hier die Kandidaten. Außerdem habe der bisherige Trainer Simon Frey seinem langjährigen Weggefährten Holger Sohnle bereits zugesagt, in acht Partien wieder aufzulaufen.
 
Verstecken wollen sich die Gmünder in der Bezirksklasse keinesfalls. "Mit diesem Kader sehe ich uns nicht schlechtr als zwei Drittel dieser Liga, dann ist alles möglich", ist Sohnle überzeugt, gibt sich aber zurückhaltend, was ein konkretes Saisonziel betrifft: "Ich denke erfolgsorientiert und blicke immer nach oben. Wir haben aber auch gesehen, wie schnell es gegen den Abstieg gehen kann und wie schwer es dann wird." Klar ist aber auch: Zumindest die Bezirksklasse will der TSB mit aller Macht halten, um den aufstrebenden Jugendspielern in den kommenden Jahren ein gutes Sprungbrett in den Aktivenbereich zu bieten. "Jene Spieler, die es nicht auf Anhieb in die Oberliga schaffen, müssen ja irgendwo gefördert und auch gefordert werden", betont Sohnle.
 
Gleich am ersten Spieltag (14.September) erwartet den TSB II ein heißes Nachbarschaftsderby bei der SG Bargau/Bettringen II. "Da wird es meine Aufgabe sein, die Übermotivation bei meinen Spielern zu drosseln", weiß Sohnle, auch wenn er sicher ist, dass diese Duelle ihre frühere Brisanz verloren haben. Ein Auswärtssieg in der Bettringer Uhlandhalle ist dennoch der große Wunsch des neuen Trainers, um dieses Jahr bereits die Hinrunde fernab der Abstiegszone zu verbringen.
 
Kader TSB Gmünd 2 Saison 2019/20
Tor: Giovanni Gentile, Sascha Grützmacher
Rückraum: Daniel Mucha, Max Eichler, Tobias Kößer, Robert Heer, Martin Reuter, Martin Anger, Lukas Lehle, Jochen Leitner
Rechtsaußen: Sebastian Göth, Alexander Kaußler
Linksaußen: Benjamin Göth, Samuel Glaser
Kreis: Florian Kaller, Moritz Kienzle, Michael Deusch
Trainer: Holger Sohnle
Durchschnittsalter der Mannschaft: 28,6 Jahre
 
(Nico Schoch)