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Mit Moral und Klasse Spiel gedreht

31.10.2016. Handball, BW-Oberliga Trotz 1:5-Rückstand und großer Verletzungssorgen fegte der TSB Gmünd im Stil einer echten Spitzenmannschaft die TSG Söflingen mit 30:22 Toren aus der Halle.

Der TSB Gmünd fegte die TSG Söflingen mit 30:22 aus der Halle. Jonas Leinß (Nr. 25) schoss drei Treffer. Foto: jps

Michael Hieber herzte jeden seiner Spieler innig ab und strahlte überglücklich: „Ich bin sprachlos, was meine Jungs heute geleistet haben, das war nur sensationell“, freute sich der Trainer des TSB Gmünd über den 30:22-Erfolg am Sonntagabend in der Großsporthalle gegen die TSG Söflingen. Und einen großen Anteil am tollen Erfolg muß man direkt dem stolzen Trainer zuschreiben. Hieber ließ sich taktische Varianten am Fließband einfallen und stürzte seinen Kollegen Gabor Szako, alles andere als ein heuriger Hase, von einer Verlegenheit in die andere. „Das Beste daran war aber, dass die Spieler die Anweisungen ihres Trainers kapiert und umgesetzt haben“, befand Handball-Experte und Alt-Präsiden Walter Lenz zu Recht.

Dabei sah man zunächst nur lange Gesichter bei den 500 Zuschauern. Im Match der „Mannschaften der Stunde“ schienen die Söflinger dem TSB schnell den Schneid abkaufen zu wollen. 5:1 führte die TSG, deren Trainer Aaron Fröhlich variabel kurz decken ließ und so den Oberliga-Torjäger zu ungewohnten Fehlern zwang. Die TSG, die fast jede Position doppelt besetzt hatte, war auf bestem Weg ihre Serie von drei Siegen fortzusetzen. Zumal bei den Gmündern Jan Häfner wegen Schulterschmerzen von Anfang an fehlte und Felix Häfner sich nach Viertelstunde den Fuß verdrehte und nicht weiter machen konnte.

Nach 9.32 Minuten griff Michael Hieber ein – Auszeit und klare Anweisungen: Plötzlich hatte Aaron Fröhlich das Visier richtig eingespielt, traf dreimal nacheinander und als Wolfgang Bächle nach 14 Minuten das 5:5 erzielte, war der TSB in der Partie zurück. Torwart Sebastian Fabian hatte mit Glanzparaden großen Anteil daran. Aber die TSG fing sich wieder. Die Brüder Dürner, „Wachhund“ Simon und Ankurbler Christian, Kraftprotz Philipp Eberhardt, Alexander Schramm und Torwart Manual Weinbuch stellten die Gmünder immer wieder vor neue Rätsel. Bis zum 10:11 lagen die Gäste in Front, dann sorgten Aaron Fröhlich mit einer Einzelleistung und Wolfgang Bächle mit einem pfeilschnellen Kontertor für die 12:11-Halbzeitführung des TSB.

In der Pause stellte Michael Hieber sein Team neu ein und verpasste ihm einen kräftigen Schuss Selbstvertrauen. Was immer die Söflinger fortan auch versuchten, die Hieber-Jungs hatten die besseren Lösungen drauf. Nicht nur Fröhlich sprühte vor Spiellust und -kunst, auch Lukas Waldenmaier, Jonas Waldenmaier, Jonas Leinß, Wolfgang Bächle, Philipp Schwenk sowie die nachrückenden Christian Waibel und Sven Pettersen brachten sich mit viel Spielwitz und Klasse ein. Die TSB-Maschinerie im Angriff lief auch Hochtouren und der famose Keeper Sebastian Fabian freute sich, „dass wir endlich hinten kräftig zugepackt haben“.

Bis zum 15:14 nach 35 Minuten konnten die Söflinger noch mithalten, dann ging ihnen die Puste aus. Über 19:14, 26:19 zog der TSB, der ein wahres Feuerwerk an Kombinationen zündete, uneinholbar davon. Lukas Waldenmaier setzt mit dem 30:22 den knallenden Schlußpunkt.

TSB Gmünd: Sebastian Fabian, Fabian Juhnke, Wolfgang Bächle (6), Aaron Fröhlich (11/3), Lukas Waldenmaier (2), Philipp Schwenk (1), Felix Häfner, Sven Petersen, Max Häfner (2), Jonas Leinß (3), Jonas Waldenmaier (5), Christian Waibel. 

TSG Söflingen: Weinbuch; Orsolic Kraft (5), Schaaf (2), Simon Dürner (3), Schramm (1/1), Darvay (1), Hofmann, Eberhardt (2), Christian Dürner (4), Kohnle (3). 

Schiedsrichter: Stefan Denzinger, Tobias Hägele (TV Altbach) 

Zuschauer: 500

Stimmen zum Spiel

Michael Hieber, TSB-Trainer: „Ich kann allen meinen Jungs heute nur ein ganz dickes Kompliment machen. Die TSG Söflingen war eine absolute Spitzenmannschaft und hat uns am Anfang alles abverlangt. Aber wir haben uns trotz des 1:5-Rückstandes nicht aus dem Konzept bringen lassen und haben auf alle taktische Maßnahmen unseres Gegner eine Lösung parat gehabt, obwohl wir durch die Ausfälle von Felix und Jan Häfner stark geschwächt waren. Unsere Abwehrleistung in der zweiten Halbzeit war phänomenal, jetzt freuen wir uns auf das nächste Auswärtsspiel in Herrenberg. Wir sind hoch motiviert, werden aber nicht abheben“.

Gabor Szako, Coach TSG Söflingen: „Ich muß zugeben, dass ich nach unserem guten Start vom Endergebnis sehr enttäuscht bin. Wir hatten in der zweiten Halbzeit viele Probleme, in der Abwehr genau so wie im Angriff. Der TSB Gmünd zeigte eine sehr stabile und taktisch starke Leistung, die Mannschaft hat einen tollen Lauf und kann, wenn sie von Verletzungen verschont bleibt, an der Spitze der Liga mitmischen“.

Sebastian Fabian, TSB-Torwart: „Wir haben uns trotz des 1:5-Rückstandes nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ab der 10. Minute war es von uns eine richtig geile Leistung. Meine Vorderleute haben sensationell abgewehrt, das macht es Riesenspaß Torwart zu sein. Jetzt freuen wir uns auf die nächsten Spiele“.

Simon Fröhlich, Zwillingsbruder TSB-Torjäger Aaron Fröhlich und derzeit verletzter Fußballer beim TSV Essingen: „Nach schwerem Beginn war das eine kompakte Superleistung des TSB. Die Moral der Jungs war toll, jeder Spieler hat sich auch qualitativ enorm gesteigert. Als ich sah, wer verletzt war, hätte ich mir am liebsten meine Sportschuhe angezogen und mitgespielt. So ein Spiel und so eine Truppe wie der TSB macht große Lust auf Handball.“ -wh-

© Gmünder Tagespost 30.10.2016 WINFRIED HOFELE

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