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Letzter Hochkaräter und Party

05.05.2017. Handball, Oberliga Der TSB Gmünd empfängt am letzten Spieltag, Sonntag um 17 Uhr den Tabellenzweiten und feststehenden Aufsteiger TSV Neuhausen in der Großsporthalle.

Noch einmal alles reinlegen, dann ist es Zeit für Urlaub: Der TSB Gmünd mit Wolfgang Bächle erwartet zum Saisonfinale den Tabellenzweiten TSV Neuhausen. Foto: Tom
Es kommt zwar nicht zum nach der Vorrunde noch von vielen Optimisten erträumten großen Showdown um den Sprung in die 3. Liga, wenn am Sonntag um 17 Uhr in der Großsporthalle der Tabellenvierte TSB Gmünd (37:21 Punkte) den als Vizemeister und zweiten Aufsteiger feststehenden TSV Neuhausen/Fildern (45:13) empfängt, aber die große Schar der Gmünder Fans darf sich auf ein weiteres glanzvolles Handballfest freuen – auf dem Spielfeld und drum herum.

Emotionaler Höhepunkt wird sicherlich die Verabschiedung von Max Häfner sein, der sein letztes Match für den TSB bestreitet und in der nächsten Runde den Dress des TVB (Bittenfeld) Stuttgart überstreift und der darauf hofft, dass sein neuer Club dann weiterhin in der 1. Bundesliga dabei ist.

„Wir bedanken uns bei unseren tollen Anhängern und unseren treuen Sponsoren für die gigantische Unterstützung und haben uns dafür zum Saisonabschluss einiges einfallen lassen“, sagt Abteilungsleiter Sven Kienhöfer, der auf eine „volle Hütte“ hofft und den Gmünder Fans einen praktischen Tipp mit auf den Weg gibt: „Erst zur OB-Wahl gehen und dann in die Sporthalle kommen.“

Respekt vor dem Zweiten

Michael Hieber stellt derweil die sportliche Seite in den Fokus: „Ich will grundsätzlich jedes Spiel gewinnen“, gibt der TSB-Trainer seine Devise aus, ohne dabei aber den Blick für die Realität zu verlieren: „Wir treffen auf die beste Rückrundenmannschaft, die sich mit einer glänzenden Serie von 24:4 Punkten (11 Siege, auch gegen Kornwestheim, und nur eine Niederlage in Herrenberg) im Jahr 2017 absolut verdient den zweiten Platz hinter dem Meister SV Kornwestheim (49:9) erspielt hat, die derzeit vor Selbstbewusstsein nur so strotzt und deshalb der haushohe Favorit ist.“

Aber der ehrgeizige Gmünder Trainer schürft noch ein Argument heraus, das seine Jungs anstacheln soll: „Uns kann bei einem Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage der SG H2Ku Herrenberg (39:19) bei der abstiegsgefährdeten SG Heidelsheim/Helmsheim noch der Vorstoß auf den dritten Platz gelingen und dafür lohnt sich auf jeden Fall nochmals ein Kraftakt.“

Hieber wird sich bei seinem Plan nicht von Ralf Bader aufs Glatteis führen lassen; Neuhausens Trainer verkündete nämlich auf der Homepage der „MadDogs“: „Wir fahren entspannt und ohne Druck nach Schwäbisch Gmünd, wollen Spaß haben und hoffen auf eine schöne und gute Leistung.“

Toptorjäger kommt

Bader, der in seinem zweiten Trainerjahr den TSV Neuhausen wieder in die 3. Liga, wo die Filderstädter schon zwischen 2012 und 2014 spielten, zurückführte, setzt besonders auf seinen Torjäger Hannes Grundler. Der ist mit aktuell 238 Treffern der drittbeste Schütze der Oberliga hinter Peter Jungwirth (Kornwestheim) mit 252 und Jochen Hägele (Lauterstein) mit 241 Torerfolgen, und wurde besonders in der Rückrunde zum Schlüsselspieler für den Aufstieg des TSV.

Vielleicht wäre alles für den TSB anders (besser) gekommen, wenn Aaron Fröhlich nicht mitten in der entscheidenden Rückrundenphase mit einem Achillessehnenriss ausgefallen wäre. Beim 31:31 im Hinspiel am 20. Dezember 2016 auf den Fildern rangierte der Gmünder Spielmacher in der Torjägerliste noch auf Platz 1 vor Grundler. Jetzt rutschte Fröhlich mit seinen 209 Treffern auf Rang fünf ab und der TSB brachte es bisher in der Rückrunde nur noch auf 15:13 Punkte. Neben Fröhlich muss Hieber am Sonntag zwei weitere Stammspieler ersetzen: Abwehrchef Christian Waibel hat eine hartnäckige Bronchitiserkrankung noch nicht überwunden und Rückraumspieler Jonas Leinß weilt übers Wochenende auf Dienstreise in London. Zudem steht Ersatzwortwart Fabian Juhnke nicht zur Verfügung. „Aber alle anderen, vor allem Max Häfner, werden sich zerreißen, den Saisonabschluss erfolgreich zu gestalten“, ist sich der Trainer sicher, der folgendes Aufgebot nominierte: Sebastian Fabian, Wolfgang Bächle, Patrick Schamberger, Jan Häfner, Sebastian Göth, Lukas Waldenmaier, Philipp Schwenk, Felix Häfner, Sven Petersen, Max Häfner, Manuel Stelzer und Jonas Waldenmaier.

„Egal wie das Spiel letztlich ausgeht, wir werden die Saison frohgelaunt ausklingen lassen“, kündigt Sven Kienhöfer an: „Es gibt Freibier, es wird gegrillt, wir machen Party.“ Und Hieber verspricht: „Alle Spieler werden sich unter die Fans mischen und mit ihnen feiern.“ Aber nicht nur das – Sven Kienhöfer: „Wir wollen auch für die Welthungerhilfe spenden und sammeln. Es ist uns wichtig, dass wir die wirklichen Probleme dieser Welt nicht aus den Augen verlieren.“

Topadresse für Talente

Ab Montag gehen die TSB-Spieler in Urlaub. Trainingsbeginn für die neue Saison ist am 19. Juni. Bis dahin wollen Sven Kienhöfer und Michael Hieber noch den einen oder anderen „Hochkaräter“ als Ersatz für Max Häfner (bisher 178 Saisontore) und für Aaron Fröhlich, der voraussichtlich bis Jahresende ausfallen wird, an Land ziehen. „Das ist nicht einfach“, sagt Michael Hieber, „weil wir uns auch grundsätzlich nicht auf finanzielle Abenteuer einlassen werden und nur Spieler zu uns holen, die auch in unsere Gemeinschaft passen.“ Aber der TSB hat sich inzwischen auch zu einer „attraktiven Adresse“ für ambitionierte Talente gemausert.

© Gmünder Tagespost 04.05.2017 18:15

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