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Kein typischer Neuling

31.10.2015. Handball, BW-Oberliga: TSB Gmünd empfängt den TSV Wolfschlugen Der TSV Wolfschlugen gastiert beim TSB Gmünd. Die Wege der Vereine kreuzten sich in der Vergangenheit mehrfach, nun trifft man sich in der Oberliga wieder. Die Gastgeber sind gewarnt: Der TSV ist ein ziemlich starker Aufsteiger und sicherlich kein normaler Neuling. Anpfiff in der Großsporthalle: Samstag, 19.30 Uhr.

TSB-Trainer Michael Hieber stellt seine Mannen auf einen untypischen Aufsteiger als Gegner im Heimspiel am Samstag ein. Dann ist der TSV Wolfschlugen zu Gast. (Foto: tom)
Sollte Michael Hieber im Laufe der Saison Anschauungsmaterial benötigen, das zeigt, wie seine Mannschaft spielen sollte, wird der Trainer des TSB Gmünd voraussichtlich auf die letzten 15 Minuten der Partie in Sandweier zurückgreifen, die die Gäste mit 32:28 gewannen. Denn was seine Truppe dort leistete, war bemerkenswert: Unermüdlich und an sich glaubend trieb der TSB das Spiel voran – auch in Unterzahl, trotz dauerhafter doppelter Manndeckung gegen Aaron Fröhlich und Max Häfner, die Herzstücke des Gmünder Offensivspiels. Die drei bis vier verbleibenden Handballer ließen sich davon nicht beirren. Im Gegenteil. Nicht minder beeindruckend: Die Defensive, nicht nur im Mittelblock, sondern auch auf den Halb- und den Außenpositionen. Jeder Spieler ging den entscheidenden Schritt, packte zu, griff an. Die entscheidende Phase war das Lehrstück, wie man – auch in fremder Halle – eine Partie dreht. Aus einem 20:22 machten die Gmünder ein 29:25, die Partie war entschieden.
Abgesehen von den rein spielerischen Komponenten beeindruckten im Nachgang auch die Ruhe, die Disziplin und die Souveränität, mit denen diese unerfahrene Mannschaft überraschte. Die TSBler versuchten erst gar nicht, mit übertriebenen Jubelarien in der Offensive oder mit unsauberen Aktionen in der Defensive sich vom Hauptgeschehen ablenken zu lassen. Sie zogen ihr Ding durch. Und wurden mit einem überraschenden Auswärtssieg belohnt.

„Uns erwartet eine ganz harte Nuss“, sagt Michael Hieber
Mit diesem Erfolg im Rücken empfangen die TSBler am Samstag um 19.30 Uhr den TSV Wolfschlugen, einen verdammt starken Aufsteiger, der nicht nur sein Vorjahresteam zusammenhalten konnte, sondern sich durch zwei, drei richtig gute weitere Handballer verstärkte. „Das ist kein typischer Neuling“, sagt Hieber. „Da erwartet uns schon wieder eine ganz harte Nuss.“ Entsprechend spricht er von einem „50:50-Spiel“, von einer Partie, „die wir gewinnen können, ohne gewinnen zu müssen“.
Ein Aspekt reizt Michael Hieber allerdings besonders: „Wir haben die einmalige Gelegenheit, mit einem Sieg unser Punktekonto auszugleichen. Das wäre schon bemerkenswert.“
Der Trainer hat sich am Sonntag zum ersten Mal in Ruhe die Tabelle der Liga angeschaut, sie analysiert. Seine Erkenntnis: „Ein klein wenig Wahnsinn ist das schon, was da los ist.“ Das Klassement ist unfassbar eng beisammen, den Vierten und den Letzten trennen nur sechs Zähler. Bestes Beispiel für die Ausgeglichenheit: dass Schlusslicht Kenzingen am vergangenen Samstag allen Ernstes Top-Team SG Lauterstein bezwang. „Das gefällt mir natürlich nicht so gut“, sagt Hieber, schiebt aber auch nach, dass das einen positiven Aspekt aufzeigt: „Jeder kann jeden schlagen. Das gilt auch für uns.“
Und so empfangen die TSBler den TSV Wolfschlugen. Hieber fasst es wie folgt zusammen: „Wir haben in Sandweier gezeigt, was wir können. Aber ich bin lange genug dabei um zu wissen, dass nun auch ein böser Rückschlag folgen kann.“ Klingt nach einem spannenden Spiel, das die Zuschauer in der Großsporthalle erwartet.
TSB: Fabian, Juhnke – L. Waldenmaier, J. Waldenmaier, Waibel, Czypull (?), Schwenk, Leinß, Göth, Bächle, J. Häfner, F. Häfner, M. Häfner, Schamberger, Köngeter, Fröhlich.

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