50 Prozent hinten, 88 Prozent vorne
Es war ein kampfbetontes Handball-Topspiel. Es war ein Siebenmeter-Festival mit den Hauptdarstellern Paul Boizesan und Bernd Bordon. Und es war der Tag von Torhüter Sebastian Fabian. Am Ende besiegte Württembergligist TSB Gmünd den TSV Weinsberg zum zweiten Mal in dieser Saison. Auch weil die Gastgeber beim knappen 25:24 (12:11) die spielerisch bessere Mannschaft waren.
Wer den TSV Weinsberg nur in den beiden Spielen gegen den TSB Gmünd gesehen hat, der fragte sich am Gründonnerstag schon, warum der Tabellenzweite bereits jetzt für die Aufstiegsrelegation qualifiziert ist. Klar, der TSV hat seine Waffen: Bernd Bordon, den zweitbesten Torschützen der Liga; eine Abwehr mit den Felsen Lars Vollert (2,03 Meter) und Holger Bantel (1,96 Meter); eine gewisse Abgezocktheit in der Defensive; und auch die Gabe zu wissen, wie man an der Grenze zum, aber im Rahmen des Erlaubten dem Gegner mal eine mitgibt.
Fabian hatten es die Gmünder zu verdanken, dass es zur Pause 12:11 stand. Michael Hieber erzielte kurz vor Seitenwechsel die erste TSB-Führung. Doch schon zuvor ließen die Hausherren keinen Zweifel daran, dass sie unbedingt gewinnen wollten: Engagiert und selbstbewusst traten sie auf und ließen sich auch nicht aus dem Konzept bringen, als die Unparteiischen 15 Minuten lang fast jede diskussionswürdige Situation zu ihren Ungunsten pfiffen.
Nach der Pause hatte die Mannschaft von Rolf Kölle zweimal die Möglichkeit, entscheidend davonzuziehen: Beim Zwischenstand von 15:12 verhaspelte man sich jedoch zweimal, und als beim 25:21 die Weinsberger in eine offensive Deckung übergingen, versäumten es die Gastgeber, das entscheidende Tor herauszuspielen. „In der zweiten Halbzeit war es zu viel unseres Hau-Drauf-Handballs“, stellte deshalb auch Fabian fest, hatte aber ebenso wie sein Trainer eine „ganz starke Defensive mit unglaublichem Willen gesehen“, die beispielsweise nur ein Tor von Kreisläufer Vollert zuließ. Besonders hervorzuheben: Patrick Schambergers Einsatz gegen die größenmäßig haushoch überlegenen Hünen.
Nur einen bekam man erwartungsgemäß nie in den Griff: Bernd Bordon traf 45 Minuten lang, wie er wollte, erst in der Schlussphase, nach seiner Zeitstrafe (siehe nebenstehenden Artikel), hatte er ein wenig den Faden verloren. Bordon lieferte sich eine spannende Siebenmeter-Schlacht mit Paul Boizesan: Sechs von sieben verwandelte er, Boizesan sieben von acht – macht eine Quote von 88 Prozent. Bester Feldtorschütze des Tages war Michael Hieber (sechs Tore), auch Simon Frey und der eingewechselte Christian Tobias setzten einige Akzente. Nur bei Johannes Frey lief gar nichts, erstmals in dieser Saison blieb der beste TSB-Torschütze ohne Treffer. Vielleicht wurde es deshalb kein Festival wie beim 36:25 im Hinspiel. Zum zweiten Saisonsieg über den unumstrittenen Zweiten hat’s am Ende trotzdem gereicht, Fabian entschärfte den letzten Wurf mit der Schlusssirene. „Weinsberg liegt uns eben“, sagte Michael Hieber.
Wenn Weinsberg in der Relegation ähnlich uninspiriert auftritt wie am Donnerstag, sieht man sich kommende Saison wohl erneut. Verstecken müssten sich die Gmünder dann – ein wenig mehr Konstanz vorausgesetzt – nicht. Diese Erkenntnis tat den TSBlern nach dem frühen Aus im Aufstiegsrennen, das war beim Schlussjubel nicht zu übersehen, richtig gut.
Schweinegrippe und Handschlag
Am Rande des TSB-Spiels
Weitaus weniger lustig ging es zwischen Michael Hieber und BerndBordon zu. Nach einem Schlag von Bordon ins Gesicht von Simon Frey, der mit einer Zeitstrafe geahndet wurde, waren erst Paul Boizesan und dann Hieber nicht mehr einzukriegen. Hieber und Bordon gifteten sich minutenlang an, anschließend schickte Bordon noch einen unfreundlichen Gruß in Richtung Gmünder Publikum. „Nach dem Spiel sollte das vergessen sein“, sagt Hieber. Doch Bordon verweigerte ihm den Handschlag. „Er ist ein guter Spieler, aber kann wohl nicht verlieren. Das war im Hinspiel schon abzusehen. Wenn er meint, so sein zu müssen, ist mir das egal.“
Ganz egal war das Sebastian Fabian. Der Torhüter fasste seinen Abend so zusammen: „Endlich.“ Endlich hatte er ein Spiel in Topform gezeigt. „Nach solch einer langen Verletzungspause bin ich nach diesem Abend einfach nur zufrieden.“ sw




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Bin schon seit längerem auf der Suche nach einer Torschützenliste der Württembergligen (Männer und Frauen)... Könnt ihr mir weiterhelfen?
Mit sportlichem Gruß
http://www.forum.hbwo.de/
vermutlich der Bodo ;-)