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Handballkrimi zum Jahresende

07.12.2015. Zum Jahresende jubelten die Handballer des TSB Gmünd in der Großsporthalle nach einem spektakulären Spiel mit Höhen und Tiefen über ihren dritten Heimsieg der Saison. Die Truppe um Spielmacher Aaron Fröhlich bezwang im letzten Heimspiel des Jahres die HSG Konstanz II mit 27:24.

Wolfgang Bächle (blau) und der TSB Gmünd lieferten ein packendes letztes Heimspiel im Jahr 2015 - und besiegten Konstanz II mit 27:24.  (Foto: Laible)

ast eine Viertelstunde blieb der TSB Gmünd Mitte der zweiten Hälfte torlos, zwischenzeitlich hatte die zweite Mannschaft der HSG Konstanz sogar ausgeglichen, nachdem die Hausherren sehr lange geführt hatten. Doch dann kam zwei Minuten vor Schluss Philipp Schwenk: Mit seinem Treffer zum 24:23 erlöste er die Gmünder vom langen Zeitraum ohne Torerfolg und lenkte die Weichen wieder Richtung Sieg.
Dass es so eng werden würde am Ende, damit hatte nach der ersten Halbzeit niemand in der Großsporthalle gerechnet. Zu Beginn neutralisierten sich beide Mannschaften, ständige Führungswechsel waren die Folge. Jedoch schien es so, dass es die Gäste aus Konstanz leichter hatten, zu treffen. Während die Angriffe des TSB relativ lange dauerten, fanden die HSG-Spieler immer schnell eine Lücke, suchten den Abschluss und trafen. „Wir sind in der ersten Halbzeit nicht in die Abwehr gekommen. In den ersten zehn Minuten hatten wir keine stehende Abwehr, deshalb haben wir auch die Deckung umgestellt“, analysierte TSB-Trainer Michael Hieber nach dem Spiel.
Nach etwas mehr als zehn Minuten stand es 7:7, es folgten fünf torlose Minuten ehe Wolfgang Bächle die erneute Führung der Gmünder durch einen schönen Dreher von Rechtsaußen besorgte. Kurze Zeit später stellte Hieber auf die 5-1-Deckung um, die Angreifer aus Konstanz hatten nun mehr Mühe. Die gewonnen Bälle nutzte der TSB über die schnellen Bächle und Schwenk zu mehreren Tempogegenstößen und zog mit einem 5:0-Lauf innerhalb weniger Minuten auf 17:10 davon. Zum Pausenpfiff führten die Gastgeber mit 18:12, nach einem ausgeglichenen Beginn nahm der Angriff des TSB durch die gute Vorarbeit der Abwehr Fahrt auf und stellte die Weichen auf Sieg.
Nach dem Seitenwechsel gab der erst 17 Jahre alt gewordene Sven Petersen sein Heimdebüt. Er stand nur wenige Minuten auf dem Platz und erzielte dabei seine beiden ersten Treffer vor heimischen Publikum. Trotzdem begann der komfortable Vorsprung der Hieber-Truppe zu schmelzen, unter anderem durch einige Treffer durch Strafwürfe. Beim vierten Siebenmeter in Hälfte zwei kam Fabian Juhnke für Sebastian Fabian ins Tor und parierte prompt den Wurf des Konstanzer Schützen.
Nur wenige Augenblicke später verwandelte sich die Partie in einen echten Krimi. Aaron Fröhlich machte eine Viertelstunde vor Schluss den Treffer zum 23:20 für den TSB, danach sollten 13 torlose TSB-Minuten folgen, in denen es die Gmünder nicht schafften, den Ball im Gästetor unterzubringen. Die HSG kam immer näher, aber ein unter anderem starker Sebastian Fabian verhinderte Schlimmeres. Dennoch schafften die Gäste den Ausgleich, ehe Schwenk mit seinem Wurf die Erlösung für den TSB Gmünd brachte und die Wende in der zweiten Hälfte einläutete.
Da waren noch zwei Minuten zu spielen, immer noch war die Spannung in der Halle greifbar. Jede Aktion hätte spielentscheidend sein können. Direkt im Gegenzug von Schwenks Treffer gab es erneut Siebenmeter für Konstanz. Juhnke kam wieder rein – und parierte den zweiten Strafwurf an diesem Abend. Danach ging es hin und her, die HSG wollte nicht aufgeben und kämpfte bis zum Schluss. Jonas Waldenmaier machte eine halbe Minute vor Ende der Partie den Treffer zum 26:24, die Partie war entschieden. Das Sahnehäubchen auf diese packende Partie setzte Wolfgang Bächle mit einem Dreher zum Schlusspfiff. Mit 27:24 behielten die Hausherren am Ende eines nervenaufreibenden Spiels mit Höhen und Tiefen die Oberhand und die Punkte im letzten Heimspiel des Jahres.

TSB: Fabian, Juhnke – Bächle (6), Schamberger, Göth, L. Waldenmaier, Fröhlich (10/2), Schwenk (5), F. Häfner, Leinß (3), J. Waldenmaier (1), J. Häfner, Petersen (2)

 

 

STIMMEN ZUM SPIEL

Michael Hieber, TSB-Trainer: „Ich bin wahnsinnig glücklich über den Sieg und über die zwei Punkte. Wir sind am Anfang nicht richtig in die Abwehr gekommen, haben dann auf eine 5-1-Deckung umgestellt. Dabei hat Philipp Schwenk ein richtig starkes Spiel gemacht. Wir wussten, dass das Spiel eng werden kann, wichtig war, dass wir heute gezeigt haben, dass wir noch Abwehr spielen können. Wir haben heute eine tollte Kollektivleistung gezeigt, diese beiden Punkte vor Weihnachten tun der Mannschaft richtig gut. Immerhin fehlten uns in der Partie mit Max Häfner und Christian Wabble zwei Stammspieler.“

Sven Petersen: „Geil. Mein erstes Heimspiel und dann gleich der erste Sieg. Ich bin sehr glücklich über meine beiden Treffer. Gegen Ende war die Spannung auf der Bank kaum auszuhalten.“

Philipp Schwenk: „Die erste Halbzeit war super, durch die 5-1-Abwehr hatten wir einige Ballgewinne und machten daraus unsere Tore. In der zweiten Hälfte hatten wir es schwer, im Angriff haben wir viele Bälle verloren. Aber durch den Fight haben wir dieses geile Spiel gewonnen. So macht Handball Spaß.“

Wolfgang Bächle, TSB-Außen: „Gut, Sieg, zwei Punkte. Klar wollten wir im Vorfeld gewinnen aber wir wussten, dass das nicht selbstverständlich sein würde. Dafür, dass uns zwei Stammkräfte gefehlt haben, haben wir es richtig gut gemacht. Allerdings sind wir noch nicht so eingespielt – wenn es nicht läuft, werden wir gleich unsicher, da wir ein sehr junges Team sind.“

Jonas Waldenmaier: „Geil, dass wir gewonnen haben. Das war richtig wichtig. Die erste Halbzeit war richtig stark, in der zweiten Hälfte haben wir uns aus dem Konzept bringen lassen. Die HSG hat sich rangekämpft, wir sind dann über das Team gekommen und haben uns am Ende den Sieg geholt.“

 

Michael Kucher, Tagespost

 

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