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Gute Saison mit Würde beenden

30.03.2017. Handball, Oberliga Der TSB Gmünd erlebte eine katastrophale Woche. Gegen Plochingen soll das am Samstag möglichst nicht zu sehen sein.

Aufstehen und weitermachen: Die Handballer des TSB Gmünd sind nach der schwierigen vergangenen Woche am Samstag in der Großsporthalle gegen den TV Plochingen gefragt. Foto: jps
Schlimmer hätte die vergangene Woche für den TSB Gmünd wahrlich nicht laufen können. Der Traum vom Aufstieg wurde jäh beendet, Aaron Fröhlich ist zudem schwer verletzt. Den Oberliga-Handballern bleibt nichts anderes übrig als nach vorne zu blicken. Einfach wird das aber nicht. Am Samstag um 19.30 Uhr ist der TV Plochingen in der Großsporthalle zu Gast.

Es ist beinahe ein Spitzenspiel, der Vierte trifft auf den Sechsten, und es wäre eine dramatische Partie mit verdammt viel Spannung, wäre da nicht der letzte Samstag gewesen.

An einem Wochenende, das unter dem Motto „alles oder nichts“ überschrieben werden konnte, ging beim TSB nämlich wirklich alles schief. Da war zum einen die Niederlage in Willstätt, die für sich genommen schon beinahe das endgültige Aus im Kampf um den Aufstieg bedeutet hat. Nicht minder bitter war der Kantersieg des Hauptkonkurrenten – dass Neuhausen den fast schon unbesiegbaren Spitzenreiter aus Kornwestheim schlagen konnte, der den Titel bereits gefeiert hat, riss die Gmünder endgültig aus den Träumen. Und als wäre das nicht alles schon schlimm genug, ist da noch die Hiobsbotschaft von Aaron Fröhlich.

Der Spielmacher ist einer der wenigen TSB-Handballer, die tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes unersetzbar sind. Er wird vermutlich neun Monate fehlen, das Jahr ist für ihn nach einem Achillessehnenriss wohl jetzt schon gelaufen. Das Herz und Hirn des Spiels wird nicht nur im Schlussspurt fehlen, sondern auch in der Hinrunde der Saison 2017/2018. Das ist an Tragik kaum zu überbieten.

Michael Hieber, der Gmünder Trainer, kann und will nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. „Aarons Verletzung tut mir weh. Für ihn besonders, aber auch für mich als Trainer. Das wird die ganze Herangehensweise an die neue Saison verändern.“ Gleichzeitig jammert Hieber nicht, im Gegenteil: „Das ist der Sport, da gehören Rückschläge dazu. Wir werden das annehmen.“

Ebenso wie seine Mannschaft die missliche Lage in der zweiten Halbzeit in Willstätt am Samstag angenommen hat. „Dieses Herzblut hat mich einmal mehr beeindruckt“, sagt Hieber, der sich weigert, seine Mannschaft zu kritisieren. „Das wäre ja aberwitzig. Natürlich sind wir enttäuscht. Aber es überwiegt der Stolz auf eine tolle Saison.“

Nun jedoch könnte die Luft irgendwie raus sein, weshalb Hieber seiner Mannschaft auch keine großen Reden präsentieren wird. „Was soll ich denn jetzt erzählen? Ich kann das Team nur optimal vorbereiten – in der Halle ist es dann eine Frage der Selbstmotivation. Da müssen die Spieler liefern, und ich bin mir sicher, dass auch die Mannschaft keine Lust darauf hat, dass aus einer sehr guten Saison eine mittelmäßige wird. Mein Ziel ist es, die Runde als Vierter zu beenden.“

Personelle Alternativen hat Hieber dafür nur begrenzt. Der Rückraum (Max Häfner, Schwenk, Leinss) stellt sich von selbst auf. Sven Petersen wird am Wochenende noch keine Option sein, eventuell könnte auch Jan Häfner ersatzweise in den Rückraum rutschen. Und dann ist da noch die Möglichkeit, ein wenig Variation durch einen zweiten Kreisläufer zu erzwingen. Ob das gegen Plochingen reicht? „Die kommen mit 10:0 Punkten in Serie“, sagt Hieber, er weiß, wie schwierig die Partie werden wird. Vor sieben Tagen noch hätte er keinen Zweifel an einem Sieg gehabt, eine Katastrophen-Woche später ist die Euphorie begrenzt. Hieber bringt es auf den Punkt: „Jetzt müssen wir wieder aufstehen.“

TSB: Fabian, Juhnke – Bächle, Waibel, L. Waldenmaier, Schwenk, F. Häfner, J. Häfner, M. Häfner, Leinss, J. Waldenmaier, Göth, Schamberger

© Gmünder Tagespost 30.03.2017 11:55

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