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Eine Motivationsfrage

15.04.2016. Es geht um Platz vier in der Endabrechnung. Vor allem aber geht es um die Eigenmotivation. Michael Hieber will ganz genau hinschauen, wie seine Spieler in den letzten Partien der Saison auftreten. Am Samstag muss der TSB Gmünd in Willstätt ran. Anpfiff in Willstätt ist um 19.30 Uhr.

Der TSB Gmünd will am Sonntag in Willstätt weitere Punkte für den vierten Platz im Endklassement sammeln.  (Foto: jps)

Der TV Willstätt erlebt eine unangenehme Oberligasaison. Eigentlich hatten Außenstehende den TV ganz weit vorne gesehen, doch es läuft nicht bei den Willstättern, wie es sollte. „Was da genau passiert ist, verstehe ich nicht so ganz. Von außen lässt sich das nur schwer beurteilen“, sagt TSB-Trainer Michael Hieber. „Zwei blöde Niederlagen, ein paar Verletzungen, schon ging es bergab. So ist es im Sport.“
Hieber ist sich dennoch sicher, dass „in dieser Mannschaft ganz viel individuelle Qualität“ steckt, weshalb er auch überzeugt davon ist, „dass jede Partie dort schwierig ist, wenn man nicht aufpasst und den Gegner nicht richtig ernst nimmt“.
Diese Gefahr besteht bei seinem Team erfahrungsgemäß nicht, „Respekt haben wir vor einem Gegner immer“, und es ist ja nun auch nicht so, dass der TSB bei einem Kellerkind gastiert: Willstätt belegt aktuell Rang acht, hat nur fünf Punkte weniger als der TSB.
Gefährlich ist die Partie vor allem auch deshalb, weil Willstätt den Klassenerhalt noch nicht sicher hat. „Ich glaube zwar, dass ihre 27 Punkte reichen werden. Aber das ist nur meine Meinung. Noch weiß man nicht, was da unten noch passiert.“

TSB mit dem Punktekonto eines Aufstiegsanwärters
Doch Hieber weiß auch, dass für sein Team ebenfalls sehr, sehr viel spricht vor dem vorletzten Auswärtsspiel der Saison. Denn: Die Gmünder haben einen sensationellen Lauf, sie haben im Jahr 2016 das Punktekonto eines Meisterschaftskandidaten. Zuletzt schlugen die Gmünder zuhause sogar den Aufstiegsanwärter SG Pforzheim/Eutingen. „Ja, das war bemerkenswert“, sagt Hieber. „Ich bin ganz ehrlich: Meine Mannschaft hat mich mit dieser Leistung überrascht.“ Sein Team hat mit diesem Erfolg auch gezeigt, dass es die Saison gedanklich noch lange nicht beendet hat. Hieber verzichtet auch deshalb auf große Motivationsreden: „Ich halte jetzt nicht Ansprachen, dass unser Wohl und Wehe davon abhängt, ob wir Platz vier verteidigen können. Natürlich wäre das toll, aber wir spielen so oder so eine unglaubliche Saison.“
Dennoch, oder gerade deshalb, will Hieber seine Spieler nun ganz genau beobachten. „Es wird spannend sein zu sehen, wie sich das Team motiviert, wie man sich selbst anspornt, da nochmal alles zu geben, um zu lernen, auszuprobieren, zu testen. Das ist wichtig, erst recht, wenn man in der Tabelle noch ein wenig besser dasteht als der Gegner und womöglich satt sein könnte. Je nachdem, was passiert, kann ich daraus gute Rückschlüsse ziehen, wo wir noch Nachholbedarf haben.“ Schön dabei: Der komplette Kader steht zur Verfügung. Hieber wird aus dem Vollen schöpfen können – und es ist davon auszugehen, dass Hieber allen Spielern auch Einsatzzeit gewähren wird.

TSB:
Fabian, Juhnke – Bächle, L. Waldenmaier, Fröhlich, Petersen, Schwenk, F. Häfner, M. Häfner, Leinß, Göth, J. Waldenmaier, J. Häfner, Schamberger

© Gmünder Tagespost 14.04.2016

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