Ein Spitzenspiel in Gmünd
Michael Hieber sagt, dass er von seiner Mannschaft sehen will, dass sie
„näher dran ist an Lauterstein als im Hinspiel“. Dann jedoch relativiert
der Trainer des TSB Gmünd den Satz. „Arg viel weiter weg kann man auch
eigentlich nicht sein.“ Damit ist auch schon alles gesagt zum Hinspiel
in Lauterstein, das der TSB mit 31:41 verloren hatte. Zumindest über den
direkten Vergleich müssen sich die Gmünder daher vor dem Topspiel keine
Sorgen machen.
Ohnehin blendet Hieber die Tabellensituation
weitestgehend aus. „So weit, dass wir hier rechnen müssen, sind wir noch
lange nicht“, sagt er. Gesagt sei trotzdem: Wenn der TSB die SG
Lauterstein schlagen sollte, wäre er auf drei Punkte dran am
Tabellenzweiten, der damit gehörig unter Druck stehen könnte, weil der
Dritte Neckarsulm dann nach Minuspunkten wohl auf Augenhöhe mit der SG
wäre. Das wiederum weiß Hieber natürlich: „Den Druck haben nicht wir.
Und die Favoritenrolle ganz sicher auch nicht.“ Und: „Es soll ja keiner
auf die Idee kommen, wir müssten dieses Spiel nun unbedingt gewinnen,
weil der Start ins Jahr so erfolgreich war.“
Gleichzeitig sagt Hieber
aber auch, dass der Zeitpunkt des Topspiels „schon okay“ sei. Denn auch
er weiß, dass der Kantersieg in Bittenfeld das Selbstvertrauen
gesteigert haben dürfte, schließlich sagte der Trainer nach der Partie:
„Ich bin einfach rundum zufrieden.“
Hinzu kommt die gute Nachricht,
dass Johannes Frey seinen Urlaub beendet hat und am Samstag wieder zum
Kader gehören wird, womit Hieber eine zusätzliche Option auf der linken
Außenbahn hat – zumal Frey auch spielstark genug ist, im entscheidenden
Moment in den Rückraum zu ziehen.
Das nämlich könnte ein legitimes
Mittel gegen die ungemein aggressive und in gewisser Weise auch
unkonventionelle Deckung der SG Lauterstein sein. Denn im Gegensatz zu
den meisten Teams agiert der Tabellenzweite nicht aus einer 6-0- oder
5-1-Deckung heraus, sondern formiert sich in einer sehr beweglichen
3-2-1-Formation. In der Praxis wird das bedeuten, dass alle drei Gmünder
Rückraumspieler konsequent kaum Platz haben werden, sich zu entfalten.
Ob die Gmünder dann eher auf Gewaltwürfe aus dem Rückraum oder die
Beweglichkeit einzelner Spieler setzen werden, wird die Partie zeigen –
spielerische Lösungen wären dabei sicherlich der Königsweg. Aber das
wiederum nur bei niedriger Fehlerquote, weil ansonsten die Lautersteiner
Wege bei erster und zweiter Welle aufgrund der hoch stehenden Abwehr
ziemlich kurz sind.
Hieber führt diese Dinge in aller Öffentlichkeit
vor dem Topspiel nicht aus. Er drückt vielmehr seine Vorfreude aus: „Das
wird ein tolles Spiel gegen einen super Gegner. Und hoffentlich kommen
entsprechend viele Zuschauer.“
Die könnten nämlich im Optimalfall den ersten ganz großen TSB-Sieg seit der Rückkehr von Michael Hieber erleben.
TSB:
Fabian, Engler; S. Göth, Negwer, MBengue, Czypull, Boizesan, Schwenk,
Tobias, A. Hieber, J. Frey, B. Göth, Schamberger, S. Frey.
Swen Thissen (Gmünder Tagespost)



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Die Großsporthalle in Schwäbisch Gmünd ist am Samstag um 19:30 Uhr Austragungsort für das Stauferlandderby zwischen dem TSB Schwäbisch Gmünd und der SG Lauterstein.
Es ist zweifellos die Spitzenbegegnung des Wochenendes in der Württembergliga – der Tabellenzweite ist zu Gast beim Vierten. Lautersteins Trainer Lars-Henrik Walther sieht in der Partie eine Weichenstellung für die nächsten Wochen. Er weiß, was sein Team zu leisten im Stande ist, sieht die Favoritenrolle aber eindeutig bei Schwäbisch Gmünd. In der Großsporthalle mit ihren ungewohnten Ausmaßen herrscht eine ganz eigene Atmosphäre und daraus bezieht der TSB eine beeindruckende Heimstärke. Für die Gmünder spricht ebenfalls, dass sie in der Rückrunde „einen Lauf“ erwischt haben. Nach dem hohen Auswärtssieg am letzten Samstag in Bittenfeld war selbst der kritische Trainer Michael Hieber „nur zufrieden“. Als abgezockt und souverän kennzeichneten Augenzeugen die Leistung des TSB gegen den Bittenfelder Bundesliganachwuchs.
Schwäbisch Gmünd spielt seit Jahren in der Württemberg-Liga vorne mit und hatte den Aufstieg in die Oberliga mehrfach im Visier. In entscheidenden Phasen wurden die Remstäler vom Verletzungspech gebremst. Am Samstag dürfte der TSB in seiner stärksten Besetzung auflaufen. Auf der Mitteposition wird Paul Boizesan, der im Hinspiel in Lauterstein neun Tore warf, als einer der Besten in der Liga gehandelt. Im Rückraum hat Trainer Michael Hieber links mit Djibril Mbengue oder Johannes Frey und auf der rechten Halbposition mit seinem Bruder Andreas Hieber und Christian Tobias starke Alternativen zur Auswahl. Nicht zuletzt ist das Zusammenspiel des Rückraums mit Simon Frey am Kreis (im Hinspiel sieben Tore) mustergültig. Hinten lässt die stabile 6:0-Abwehr kaum unbedrängte Torwürfe zu und im Tor steht Mannschaftskapitän Sebastian Fabian als unangefochtene Nummer 1 mit großer Erfahrung und tollen Reflexen.
Trainer Lars-Henrik Walther hat eine ungefähre Vorstellung davon, was auf die Lautersteiner in der Großsporthalle zukommt. Er wird der Mannschaft aber mit auf den Weg geben, dass auch die starken Gmünder zu schlagen sind. Das ist der SG Lauterstein im Hinspiel zu Hause mit 41:31 deutlich gelungen und selbst aus der Großsporthalle haben Gästemannschaften im vergangenen Jahr Punkte entführt. Unter den Zuschauern ist ein großer Anteil an SGL-Anhängern zu erwarten und diese werden mit dafür sorgen, dass sich ihr Team, das in dieser Partie in blauen Trikots antreten wird, nicht lange fremd fühlt und schnell ins Spiel findet.