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Duell der beiden „Mannschaften der Stunde“

30.10.2016. Handball, Oberliga Ein echter Oberliga-Knaller: TSB Gmünd erwartet am Sonntag, 18 Uhr, die TSG Söflingen in der Großsporthalle.

Nicht unterzukriegen: Der TSB Gmünd hat aktuell einen starken Lauf. Jetzt kommt die TSG Söflingen nach Gmünd. Foto: Laible
Wenn der Zweite zu Hause den Tabellenzehnten empfängt, steht der Favorit eigentlich fest. Nicht für Michael Hieber: „Das wird ein Spiel auf Augenhöhe.“

 

Der Trainer der Oberliga-Handballer des TSB Schwäbisch Gmünd muss tief in die psychologische Trickkiste greifen: Am Sonntag um 18 Uhr empfangen seine nach der Auftaktniederlage beim Spitzenreiter TV Kornwestheim sechsmal nacheinander ungeschlagenen Jungs (11:3 Punkte) in der großen Sporthalle die TSG Söflingen, die mit 6:8 Punkten im hinteren Mittelfeld platziert ist. Und Michael Hieber will das erarbeitete Selbstvertrauen nicht brechen – gleichzeitig muss er verhindern, dass aus der aktuellen Begeisterung über den tollen „Lauf“ Übermut und Leichtsinn wird.

Der nähere Blick auf den Gegner vom Sonntag deckt die Gründe für Hiebers durchaus angebrachte vorsichtige Herangehensweise an die Begegnung am Sonntag auf: Die TSG, die bis 2012 sogar in der 3. Liga lange an der Spitze mitmischte, hatte einen katastrophalen Start in die laufende Oberliga-Saison. Vier Niederlagen in Folge. Dem dünnen Kader fehlte ein Linkshänder und Abwehrchef und Kreisläufer Philipp Eberhard war verletzt.

Manager Uli Gebhard und Trainer Gabor Czako reagierten und reaktivierten den ehemaligen Zweitligaspieler Christian Dürner (früher Neuhausen/Erms), den Bruder des TSG-Kapitäns Simon Dürner. Und mit der Rückkehr von Eberhard verfügen die Söflinger plötzlich zumindest bis zur Nr. 7 über ein Team, das höchsten Oberligaansprüchen gerecht wird. Der Beweis: Drei Siege in Folge. Zuerst ein 26:25 gegen den bis dato verlustpunktfreien Tabellenführer TV Neuhausen, dann ein „33:26-Coup“ im Ulmer Prestige-Derby beim TSV Blaustein und schließlich ein überzeugendes 33:28 über den TV Plochingen.

„An diesen drei Spielen müssen wir die TSG Söflingen messen“, erklärt deshalb Michael Hieber zu Recht. Aber der TSB-Trainer sagt auch: „Wir haben den Anspruch, jedes Heimspiel zu gewinnen.“ Ebenfalls berechtigt. Denn auch der TSB schwimmt derzeit auf einer Erfolgs- und vor allem Torwelle: 11:1 Punkte in Serie, 218 Tore in sieben Spielen, davon allein 74 Treffer in den beiden letzten Spielen gegen die SG Lauterstein (38:22) und bei der TSG Heidelsheim (36:30). Die Gmünder TSB-Fans können beim Match der beiden „Mannschaften der Stunde“ auf eine Handball-Gala hoffen.

Bis auf Christian Waibel, der grippekrank war, konnte Michael Hieber in dieser Woche mit seinem kompletten Kader trainieren. „Wir stellen uns konsequent auf eine starke Söflinger Mannschaft ein“, sagt der TSB-Coach. Die Ulmer Vorstädter werden sich möglicherweise ein spezielles Mittel einfallen lassen, um den Gmünder Spielmacher Aaron Fröhlich, der mit 72 Treffern die Oberliga-Torjägerliste anführt, an die Kette zu legen. Der ließ es aber trotz Manndeckung allein in den letzten beiden Spielen 29 mal im gegnerischen Kasten klingeln.

„Wir wissen aber auch, dass in unserer jungen Mannschaft noch viel Entwicklungspotenzial insbesondere im taktischen Bereich steckt“, betont der Gmünder Trainer, der „auf keinen Fall Druck aufbauen will“ und deshalb „nicht auf die Tabelle schielt“.

Der derzeit zweite Platz sei „schön und macht uns stolz“, aber „das ist nicht mehr als eine Momentaufnahme“, weiß Hieber. Diesen „Moment“ gilt es am Sonntag freudig zu genießen.

TSB: Sebastian Fabian, Fabian Juhnke – Wolfgang Bächle, Jan Häfner, Christian Waibel (?), Aaron Fröhlich, Lukas Waldenmaier, Philipp Schwenk, Felix Häfner, Sven Petersen, Max Häfner, Jonas Leinß und Jonas Waldenmaier.

© Gmünder Tagespost 27.10.2016 16:39 WINFRIED HOFELE

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