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Der Zugriff gelingt zu spät

27.10.2014. Erst als die Partie schon verloren war, bekam der TSB Gmünd Zugriff auf die Partie: Der Aufsteiger musste sich am Samstag in Oberkirch mit 25:29 (13:18) geschlagen geben. Es war die dritte Auswärtsniederlage in der BW-Oberliga in Folge.

Dominik Sos (Nr. 22) kassierte gegen Oberkirch in einerhitzigen Schlussphase einen Platzverweis. Der TSB Gmünd unterlag am Ende trotz fünf Treffern von Felix Häfner (Nr. 18) mit 25:29.  (Foto: jps)

„Zum dritten Mal nacheinander haben wir auswärts in der Defensive keinen Zugriff auf den Gegner bekommen“, sagte Trainer Michael Hieber am Tag nach der Niederlage. „Darüber müssen wir sprechen. Es kann nicht sein, dass wir in der ersten Halbzeit keine Zeitstrafe gegen uns bekommen haben. Allein das zeigt schon, dass uns die Aggressivität gefehlt hat. Und das ärgert mich.“

Miserable Defensivleistung
Die Konsequenz der miserablen Defensivleistung in den ersten 30 Minuten der Partie waren 18 Gegentore bis zum Pausenpfiff. 18:13 stand es zum Seitenwechsel für Gastgeber Oberkirch, wobei die Gmünder trotz der vielen Gegentreffer die Partie durchaus noch offener hätten gestalten können, doch verlor die Mannschaft aufgrund des wachsenden Rückstands (Oberkirch machte aus einem 9:8 ein 12:8) in der Offensivbewegung ein wenig den Kopf. Hieber: „Auch das geht nicht. Wir haben die taktische Marschroute verlassen. Jeder meinte, mit Einzelaktionen selbst die Wende erzwingen zu wollen. Das war gut gemeint, aber dann nicht gut gemacht.“
Hieber sprach die Fehler auch deshalb so offen an, weil er der Meinung ist, dass man in Oberkirch durchaus hätte punkten können. „Keine Frage, man darf dort verlieren. Das ist eine gute Mannschaft, die sich sehr gut verstärkt hat. Aber wir sind eigentlich in der Form und in der Lage, auch solch einen Gegner jetzt mal zu schlagen“, analysierte Hieber. Aber: „Am Samstag ist uns das nicht gelungen, weil wir uns selbst im Weg gestanden sind. Das ist leider offensichtlich das Lehrgeld, das wir noch bezahlen müssen.“
Richtig gut wurde der Gmünder Auftritt erst, nachdem Hieber in Durchgang zwei die Auszeit nahm. Jedoch: Mittlerweile war der TSB bereits mit 13:22 ins Hintertreffen geraten, nachdem man ganz schlecht in Durchgang zwei gestartet war. Die aufopferungsvoll geführte Aufholjagd, in der Oberkirch acht Minuten lang kein Tor gelang, weil die Gmünder Defensive endlich stabil stand, wurde jedoch nicht belohnt. Marius Angrick raubte mit dem Tor zum 27:22 die letzten Hoffnungen des TSB.
Angrick war es auch, der für den unschönen Höhepunkt einer intensiven Partie sorgte, in der das heimische Publikum mit ordentlich Betrieb und der ein oder anderen unsauberen Beschimpfung der Gäste zusätzlich Öl ins Feuer goss: Angrick ließ sich zu einer Unsportlichkeit hinreißen, die Hieber später als „Catch-Einlage“ bezeichnete. Die Strafe: Disqualifikation inklusive Bericht der Schiedsrichter. Dem Spieler droht nun eine Sperre durch den Verband – zudem vermerkten die Schiedsrichter, dass die Zuschauer in jener Unterbrechung Sitzkissen aufs Feld warfen.
Da sich im Anschluss an diese Aktion auch Dominik Sos nicht im Griff hatte, musste auch der Gmünder Rückraumspieler vom Feld – dieser Platzverweis wird jedoch ohne Folgen bleiben.

TSB:
Fabian – Frey (1), Göth (3), Waibel, Tobias (1), Fröhlich (7/2), Czpull (1), Schamberger, F. Häfner (5), Bächle (5), Sos, M. Häfner (2)

© Gmünder Tagespost 26.10.2014 22:21:23

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