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„Der TSB ist keine Hieber-Dynastie“

23.03.2016. Handball, Oberliga Baden-Württemberg: Der neue Co-Trainer des TSB Gmünd sieht ein großes Potenzial im Team und Verein

Andreas Hieber unterstützt nicht nur seinen Bruder und den Cheftrainer Michael Hieber in der kommenden Viertligasaison, sondern er hat klare Vorstellungen von seiner Arbeit in den nächsten Jahren beim TSB Gmünd, die jedoch nicht nur am Spielfeldrand zu sehen ist. „Ich sehe mich als Mittler, Motivator und Ideengeber“, sagt Andreas Hieber.

Von Jörg Hinderberger, REMS-ZEITUNG


Er musste nicht lange überleben, denn Andreas Hieber ist ein TSBler. „Ich habe richtig Bock auf meine Arbeit als Co-Trainer. Es gibt aber noch viel mehr zu tun. Und ich will verhindern, dass es in der Öffentlichkeit heißt, nur ein Hieber kann den Trainer machen“, berichtet der ehemalige Rückraumspieler der Gmünder Handballer im RZ-Interview.

Musste Andreas Hieber lange überlegen, seinem Bruder als Assistent in der kommenden Runde zu helfen?

Nein. Es war kein langer Prozess. Wir sind ja seit längerer Zeit auf Trainersuche. Wir sind eine Arbeitsgruppe innerhalb des Vereins, die nach einem externen Trainer sucht. Es war jedoch niemand frei oder für die kommende Spielzeit zu haben. Und wer Michael und mich kennt, der weiß, dass wir den TSB nicht im Stich lassen. Wir sind aber auch kein Plan B, sondern nur der logische Schritt, da kein externer Coach zur Verfügung stand.

Ihr seid aber beide beruflich sehr eingespannt. Wie lässt sich das neue Engagement nun mit Beruf und Familie vereinbaren?

Es gibt Absprachen mit der Familie und unseren Chefs. Wir haben nun einen adäquaten Weg gefunden. Es wird sicher nicht einfach, aber ich habe richtig Bock auf die Co-Trainer-Tätigkeit. Ich freue mich sehr auf unsere Truppe, in der noch viel Potenzial steckt.

Ist es nicht möglich, dass einige externe Trainer der Meinung sind, dass es zu schwer ist, ein direkter Hieber-Nachfolger zu sein? Oder gar der Meinung sind, dass es schwierig sei beim TSB zu arbeiten, wenn Michael Hieber als möglicher Sportdirektor weiter im Verein arbeitet?

Nein, das ist nicht richtig. Der TSB Gmünd ist keine Hieber-Dynastie. Es kann nicht nur ein Hieber die erste Mannschaft trainieren. Daher suchen wir schon jetzt einen Coach für die Saison 2017/18. Der neue Trainer muss aber dem Anforderungsprofil des Vereins entsprechen und auch Lust haben, eine junge Mannschaft weiter zu entwickeln. Und er muss schon Erfolge vorweisen.

Ist diese Entwicklung der Hauptgrund für ihr neues Engagement?

Ich mache es sicher nicht nur wegen meines Bruders, sondern es gab mehrere Gründe. Ich hätte nie gedacht, dass unsere junge Truppe schon zu diesem Zeitpunkt eine so geile Entwicklung hinter sich hat. Ein Wolfgang Bächle, Max Häfner oder Jonas Leinss haben schon so große Schritte gemacht, die ich nie erwartet hätte. Daher ist diese Aufgabe sehr interessant für mich. Und es gibt mit Aaron Fröhlich und Sebastian Fabian zwei Spieler, die nicht nur auf dem Feld Großartiges leisten, sondern den Verein besonders in der Jugendarbeit unterstützen. Hier möchte ich nun auch etwas zurückgeben.

Wie sieht die Aufgabenverteilung zwischen Chef und Co aus?

Es gibt interne Absprachen und vieles hängt von der aktuellen Situation ab. Ich sehe mich aber in der Rolle von Jogi Löw im Jahr 2006. Ich arbeite an Strukturen. Ich will der Mannschaft zeigen, woran wir im Training arbeiten. Bei mir steht der individuelle Spieler im Fokus und bei Michael die Gesamttaktik und die ganze Mannschaft. Michael ist der emotionalere Typ, der flexibel während des Spiels eingreifen kann. Ich will meine Ideen ausprobieren. Ich finde es sehr spannend.

Haben Sie kein Interesse, auch mal den Cheftrainerposten beim TSB zu bekommen?

Die Entwicklung ist offen, aber ich sehe meinen Weg beim TSB eher in anderen Bereichen und nicht auf Dauer am Spielfeldrand. Ich will mich mehr in der Funktionärsarbeit einbringen. Wir müssen mehrere Aufgaben auf viele Schultern verteilen. Hier spielt meine Generation eine große Rolle. Ich sehe mich hier als Mittler, Motivator und Ideengeber. Es ist doch klasse, dass ein Simon Frey zum Beispiel die zweite Mannschaft in der neuen Runde coacht.

Welche Aufgaben möchten Sie beim TSB dann auf Funktionärsebene anpacken?

Wir wollen in der Jugendarbeit so stark sein, dass zumindest jedes Talent im Ostalbkreis einmal darüber nachdenkt, zum TSB zu gehen. Außerdem müssen wir unseren Weg mit jungen Spielern forcieren. Nur so ist ein langfristiger Erfolg möglich. Und dann ist auch die 3. Liga in ein paar Jahren möglich, wenn noch mehr ehemalige Spieler aus meiner Generation mithelfen, den TSB professioneller im Bereich der Finanzen und Außendarstellung aufzustellen. Und dabei muss klar sein, dass der TSB nicht nur die Hiebers sind, sondern sehr viel mehr. Wir dürfen aber nie vergessen, wo der TSB herkommt. Der vierte Platz weckt zwar noch mehr Begehrlichkeiten, jedoch wir müssen immer sehen, dass mit unserem Etat keine 3. Liga realistisch ist.

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