Der hilfsbereite alte Hase
Die Saison ist vorbei, Zeit für ein Zeugnis. Das Sonderlob beim Tabellenvierten TSB Gmünd geht an Andreas Fuß, ohne dessen spontane Hilfe die Saison wohl nicht so erfolgreich verlaufen wäre. Ansonsten dominierten die bewährten Kräfte die Runde des Handball-Württembergligisten.
Primus
Andreas Fuß: Man muss sich das mal vorstellen: Da springt einer ein, der 46 Jahre alt ist und seine Laufbahn längst beendet hat, und macht das Fehlen des verletzten Stammtorhüters fast vergessen. Ohne die spontane Hilfe des alten Hasen hätte der TSB die Saison definitiv nicht so erfolgreich absolviert. Chapeau.
Musterschüler
Johannes Frey: Hat einem anderen alten Hasen wieder die interne Torjägerkanone weggeschnappt (151 Tore). Wenn man ihn darauf anspricht, grinst er nur. Hat zudem beruflich den Meister-Titel in der Tasche. Gut für ihn, gut für den TSB, weil er aus zeitlichen Gründen nicht auf die Schnapsidee kommt, den Rufen höherklassiger Klubs folgen zu wollen.
Michael Hieber: Hat sich gefreut, als Fuß zum TSB kam, weil er dann nicht mehr der alte Mann des Teams war. Dafür hat ihm einer seiner sportlichen Ziehsöhne die Torjägerkanone erneut geklaut. Wenn man ihn darauf anspricht, tut er so, als sei ihm das völlig egal. Da er vermutlich noch mindestens so lange spielen wird wie Fuß, hat er ja noch ein paar Chancen. In einer gesundheitlich nicht einfachen Saison mit 141 Toren einer der zehn besten Torschützen der Liga.
Paul Boizesan: Hat Frey und Hieber einiges nachgemacht. Zum Beispiel die gute Torquote. Vorteil: Seine (früheren) Probleme waren sprachbedingt. Selten ist es ein gutes Zeichen, wenn sich ein Spieler traut, auch mal den Schiedsrichter anzumeckern. Beim Rumänen ist das so. Er ist in seiner zweiten Saison in Gmünd angekommen. Zudem eine Waffe in der Defensive.
Simon Frey: Der Führungsspieler ist das, was man Konstanz nennt, im Mittelblock hinten und am Kreis vorne. Selten im Mittelpunkt, aber stets der kaum zu ersetzende Dauerbrenner.
Zweite Reihe
Sebastian Göth: Auch so ein Dauerbrenner, und sicherlich kein schlechter, was man schon daran erkennt, dass der neue TSB-Trainer Ralf Rascher andauernd von ihm spricht. Was vor allem daran liegt, dass Göth seit Jahren als Rechtshänder rechtsaußen ziemlich viele Tore schießt. 60 waren’s in dieser Saison. Allerdings: Letztes Jahr waren es mehr.
Moritz Nothdurft: Das Positive zuerst: Nach der frühen Verletzung von Andreas Hieber und der damit verbundenen Versetzung von Johannes Frey war der Rückkehrer auf Anhieb Stammspieler. Dennoch hat er ein paar Spiele gebraucht, um sich wieder zurecht zu finden. Und manchmal würde man sich wünschen, dass von Nothdurft noch ein klein wenig mehr kommt.
Christian Tobias: Von ihm kann auch noch mehr kommen. Und von ihm wird auch noch mehr kommen. Denn man darf bei aller Erfahrung nicht vergessen, dass der Rückraumspieler, in dieser Runde auch von Verletzungen geplagt, erst 21 Jahre alt ist. Beeindruckend sind immer wieder aufs Neue seine Dynamik und seine Explosivität. Dafür geht ihm ab und an noch die Übersicht ab. Wenn er sich die noch beibringen lässt und dem TSB treu bleibt, kann er ein Leistungsträger der Zukunft sein.
Patrick Schamberger: Er wird nie ein Leistungsträger im klassischen Sinne sein, dazu ist er als Kreisläufer in der Württembergliga einfach ein paar Zentimeter zu klein. Hat sich eine andere Aufgabe gesucht, und die liegt in der Defensive. Schon heute ist legendär, wie er gegen Weinsberg den zwei Meter großen und über 100 Kilo schweren Kreisläufer festmachte. In dieser Rolle wertvoll für die Mannschaft.
Matthias Czypull: Nicht nur wegen der Position als Mittelmann vergleichbar mit Tobias. Auch für ihn gilt: Unter Neu-Trainer Rascher wird sich zeigen, wohin seine Reise führt. Denn die Konkurrenz im Rückraum ist groß. Zudem hatte er in der Rückrunde Verletzungsprobleme.
Hinterbänkler
Sebastian Fabian: Steht hier, was für ihn eigentlich eine Beleidgung ist. Stand aber verletzungsbedingt nur neunmal auf dem Feld. Kommende Saison wieder jede Woche im Tor. Und in einem halben Jahr in dieser Rangliste wieder ganz weit oben. Mit Sicherheit.
Benjamin Göth: Über ihn kann man mittlerweile nicht mehr sagen, was er kann und was er nicht kann. Denn der Linksaußen spielt selten. Umso beachtlicher, dass er dennoch 32 Tore, nur 20 weniger als Nothdurft, erzielte.
Philipp Neukamm: Was er ist: An guten Tagen ein guter Ersatztorhüter. Was er nicht ist: Ein Keeper für die Startformation der Württembergliga. Als sich Fabian verletzte, wurde der ganze Verein nervös. Prompt holte der TSB Fuß, und weil der zum Schluss auf der Bank saß, nahm sich Neukamm eine Auszeit bis zur Sommerpause.
Robert Steiner: Teil des Kaders, doch welche Position er in Zukunft tatsächlich bekleiden soll, steht noch nicht fest. Nach Schmeisers Abgang übernahm er dessen Platz auf der Ersatzbank – als potenzieller Rechtsaußen.
Martin Schmeiser: Drei Spiele, zwei Tore. Er durfte einfach nicht mehr spielen. Meldete sich deshalb im Lauf der Runde ab und spielte nur noch in der zweiten Mannschaft.
Fehlten entschuldigt
Andreas Hieber: Hatte nach drei Spielen 18 Tore erzielt. Wie auch Johannes Frey und sein Bruder Michael. Dann gab’s ein neues Kapitel seiner Verletzungsmisere.
Wolfgang Schuster: Hatte sein Comeback angekündigt. Dann legten Rückenschmerzen den Abwehr-Spezialisten lahm. Comeback abgesagt. Endgültig.
Der Lehrer
Rolf Kölle: Hat nach all den Problemen vor zwei Jahren die Mannschaft wieder stabilisiert, das kann man ihm nicht hoch genug anrechnen. Dennoch gab’s auch an ihm Kritik. Denn die Ansprüche beim TSB werden größer. Nun gibt’s einen Neuanfang ohne Kölle, was auch er so gewollt hatte. Will nun mindestens ein Jahr Handballpause machen. Übergibt den TSB als Tabellenvierten mit Blick nach oben an Ralf Rascher. Darauf darf er stolz sein.




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lass doch bitte diese unqualifizierte Art der Beurteilung einzelner Spieler, nachdem Du von 26 Spielen vielleicht max. 10 Spiele gesehen hast. Wir könnten auch einmal ein Klassenbuch Papparazzi schreiben und euch in die unterste Schublade Boulevard befördern.
die grundsätzliche Beurteilung entstand mit Hilfe meines Kollegen, nur habe ich sie ausformuliert, weshalb nur mein Name drunter steht. Wir haben gemeinsam 13 Heimspiele und sechs Auswärtsspiele gesehen, was immerhin 75 Prozent aller Spiele einer Saison sind. Ich nehme mir also heraus, weiterhin halbjährlich diese Bewertung zu schreiben, da muss ich Dich leider enttäuschen.
Ich sag's ja immer wieder gerne, dass ich mich hier gerne jeglicher Kritik stelle. Nur: Wenn ich hier antworte (was ich schon wieder mache, obwohl ich es eigentlich nicht mehr wollte), dann bekomm ich grundsätzlich keine Antwort. Und in der Halle spricht mich von den Kritikern auch niemand an. Schön aber, dass Du Dich namentlich nennst und nicht, wie 90 Prozent hier, nicht mal sagen, wer sie sind.
Aber ich versuche es gerne noch einmal: Was ist an dieser Beurteilung "unqualifiziert" und bei welchen Spielern liege ich vollkommen daneben? Mich würde es ehrlich interessieren, von welchem Spieler Du denkst, dass ich ihn deutlich zu schlecht oder deutlich zu gut bewertet habe.
Wenn mich jemand in die unterste Schublade befördern will, dann kann ich leider nichts dagegen tun. Und gerne darf mir die TSB-Handballabteilung ein ganz persönliches Karla-Kolumna-Klassenbuch schreiben, und jeder Beteiligte (oder auch Nicht-Beteiligte) möge einen Kommentar reinschreiben, was ich gut mache und was ich falsch mache.
Ich bin gespannt auf Deine Begründung, weil wenn der einzige Vorwurf von Dir ist, ich sei unqualifiziert, dann weiß ich nicht, ob das eine Kritik ist, aus der ich Verbesserungsvorschläge ziehen kann.
Schöne Sommerpause.
vielen Dank für die Beurteilung der Spieler in Form eines Klassenbuches. Ich denke, dass diese Art mit Sicherheit das Ganze etwas auflockert.
Dennoch möchte ich ein bißchen Kritik anbringen, was ich sonst nicht mache, da Deine bzw. Eure Artikel immer posotiv sind (=Lob!!): ich finde es ziemlich unfair gegenüber Philipp das so zu schreiben. Man kann niemand degradieren und gerade nicht Philipp, der aus meiner Sicht, auch sehr gute Spiele abgeliefert hat. Jeder Torhüter ist immer von seiner Abwehr abhängig ind jede Abwehr von ihrem Torhüter. Aber zu schreiben, dass er nur an guten Tagen ein guter Ersatztorhüter ist, geht aus meiner Sicht zu weit. Es greift zum einen den Torwart persönlich an (was übrigens bei keinem anderen Spieler gemacht wird) und stellt auch die Führung des Vereins so hin, dass diese nicht wissen, was sie tun und nur "einen guten Ersatttorhüter an einem guten Tag haben". Ohne die Leistung des "Opa" Katsche Fuß schmälern zu wollen, aber auch Katsche ist extrem abhängig von der Leistung seiner Vordermänner.
Also nichts für ungut, positiv weiter machen, am Besten Du schaust alle Spiele selbst an ( ;-) ) und schreibst wieder auf lustige Art und Weise ohne jemand persönlich anzugreifen.
Gruß und Attacke!!
HS
Danke für die begründeten Bedenken - vlt. sehe ich Philipp tatsächlich zu kritisch und werde mir deshalb vornehmen, auch wenns noch ne Weile dauert bis dahin, das bei den nächsten Spielen zu überdenken. Wenn ich es mir jetzt durchlese, ist das "an guten Tagen" wohl überflüssig bzw. zu hart gewesen. Wobei ich hoffe, dass klar ist, dass ein "guter Ersatzmann" keine Degradierung sein soll - andere Spieler sind auf anderen Positionen ja auch Ersatzspieler, es beginnen eben jede Woche nur sieben Mann, und in der WL Ersatzspieler zu sein ist sicherlich keine Schande.
Den Wasseralfinger-Kommentar lasse ich deshalb unbeantwortet, weil wir uns in solchen Fällen grundsätzlich und selbstredend an die Sprachregelung des Vereins halten, im Interesse aller Beteiligten. Wir sind eben doch keine Paparazzi, auch wenn wir gern so genannt werden. Und dass drei Torhüter genau einer zu viel sind, ist klar, aber das war eben durch die unplanmäßige Verpflichtung Katsches nicht zu ändern.
Zur "sachlichen Kritik" kann ich nur sagen, dass natürlich jeder die einzelnen Spieler anders sieht, und dass gerade Micha einer ist, der gern polarisiert, erleben wir ja zweiwöchentlich in der Großsporthalle. Wobei ich der Meinung bin, dass Micha seit Jahren einer der TSB-Schlüsselspieler ist.
Gruß, und mit der Attacke warten wir wieder ein Weilchen :))
von wegen Philipp Neukamm
"an guten Tagen ein guter Ersatztorwart".!!!
Er hat Sebi hervorragend vertreten.
Andreas Fuss u Philipp-sie waren gleichwertige Keeper.!!! Jeder auf seine Art.
Gruss Hanno
ich denk die mannschaft hat alles gegeben und jeder einzelne spiele ist in der mannschaft wichtig. ohne wenn und aber. philipp ist ein super torwart wie sebi und auch katsche. sonst wären wir nicht auf platz 4. ich hoff das eder trotzdem mal wieder in der ersten aufspielt sowie man robi und matz auch öfter mal sieht. ich freu mich auf die neue runde. achja als edelfan muss ich sagen das ich eine besucherquote von 99% hatte ;-) das macht mal einer nach... also ran an speck...