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„Das ist das Tragische“

29.01.2015. Im Viertelfinale war Schluss für die deutsche Handballnationalmannschaft. Gegen Gastgeber Katar unterlag Deutschland mit 24:26 (14:18). Der Co-Trainer des TSB Gmünd, Simon Frey, blickt auf die Weltmeisterschaft und das Viertelfinalspiel zurück.

Simon Frey: „Ich hätte nie gedacht, dass Deutschland so weit kommt.“

Simon Frey, langjähriger Spielführer und Co-Trainer beim ranghöchsten Ostalb-Handballclub, dem TSB Gmünd, sah das Spiel gegen Katar mit gemischten Gefühlen. „Die deutsche Mannschaft hatte sich bei der WM von Spiel zu Spiel gesteigert und nun gegen Katar eine etwas schwächere Partie gezeigt – das ist eben das Tragische“, so Frey. Dennoch musste Frey den Gastgebern auch den klaren Heimvorteil als Plus einräumen: „So eine bis unters Dach volle Halle pusht dich als Spieler eben schon kräftig.“
Über die Schiedsrichterentscheidungen waren von den Sportkommentatoren und Spielern im Fernsehen einige Kritikpunkte zu hören. Ein sichtlich am Boden zerstörter Keeper Silvio Heinevetter kommentierte ins Mikrofon: „Man ist hier immer noch zu Gast und muss aufpassen was man sagt.“
TSBler Simon Frey reagierte gelassen: „Sicherlich war die eine oder andere Entscheidung eher zu Gunsten der Gastgeber, doch das hat man auch schon im Achtelfinalspiel Katar gegen Österreich gesehen – darauf mussten sich die Deutschen gefasst machen.“
Insgesamt wäre es laut Frey keine Überraschung gewesen, dass die Partie gegen den Gastgeber kein Zuckerschlecken wird: „Auch nach dem überragenden Ägypten-Spiel war klar, dass es gegen den Gastgeber ein extrem schweres Spiel wird.“
Kritisch betrachtet der Gmünder Co-Trainer die Chancenauswertung von Deutschland, vor allem in der Schlussphase: „Hier hat die Mannschaft zu viele Chancen liegen lassen und hat häufig auch überhastet abgeschlossen.“ Dabei will er aber nicht die Qualität des Gegners schmälern, der sich zwischenzeitlich bis zu sieben Tore Vorsprung auf Deutschland herausgespielt hatte: „Mit Valero Rivera haben die Katarer sicherlich einen der besten Trainer auf der Welt. Dazu hat er sich zwar eine Mannschaft zusammengekauft, die sich in den letzten Spielen immer mehr gesteigert und immer besser eingespielt hat.“ Titel-Favorit sei Katar dennoch aber nicht. Hier muss Simon Frey klar den Franzosen die besten Chancen attestieren, die in allen Belangen die überlegene Mannschaft hätten.
Frey ist dennoch stolz auf die DHB-Auswahl: „Ich hätte vor dem Turnier nie gedacht, dass die Deutschen so weit kommen. Es hat Spaß gemacht, die Spiele anzuschauen, sie haben attraktiven Handball gezeigt und sind auf einem guten Weg für die nächsten Jahre.“
Nicht mit dabei in Katar war der ehemalige TSBler Kai Häfner, momentan bei der TSV Hannover-Burgdorf unter Vertrag. Für Frey zwar keine falsche, aber eine unverständliche Entscheidung: „Kai gehört in die Nationalmannschaft. Er ist ein starker Linkshänder, hat dies auch schon bewiesen. Ich bin mir sicher, dass er seine Chance wieder bekommt.“

„Ziel ist nun die Olympia-Quali“
Für das deutsche Team folgt nun am Freitag die nächste Partie. Der Verlierer des ersten Halbfinalspiels Kroatien (22:24 gegen Polen) wird dabei keine einfache Aufgabe für die Schwarz-Rot-Golden darstellen. Für die deutsche Auswahl geht es jetzt in den Platzierungsspielen (Ränge fünf bis acht) um ein Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier. Dazu bräuchte das DHB-Team mindestens Platz sieben. „Hier den siebten Platz zu erreichen, muss nun absolutes Ziel sein, ich denke alle werden dafür kämpfen“, so Frey.

© Gmünder Tagespost 28.01.2015 20:05:00 (JPS)

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