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Das Derby gegen ein Vorbild

31.10.2014. Eines der größten Highlights der Saison steht an: Der TSB Gmünd empfängt am Sonntag um 17 Uhr in der Großsporthalle die SG Lauterstein. Der Nachbar ist ein potenzieller Topverein der BW-Oberliga und in gewisser Weise auch ein Vorbild für den Aufsteiger.

Der TSB Gmünd mit Dominik Sos empfängt am Sonntag in der Großsporthalle den Nachbarn SG Lauterstein. Trainer Michael Hieber schwärmt vom Gegner.  (Foto: jps)

Auf der Homepage der SG Lauterstein gibt es eine ziemlich gute Übersicht des aktuellen Kaders. Die spannendste Spalte in der Tabelle hat dabei die Überschrift „seit der SGL bei ...“. Denn: Von 17 Spielern sind sieben Handballer schon immer bei der SG Lauterstein. Fünf weitere Spieler sind dem Klub seit mindestens sieben Jahren treu. Und vier der fünf übrigen Sportler, die noch einigermaßen neu beim Verein sind, sind höchstens 23 Jahre alt.
Diese Aufzählung sagt vieles aus über die Strategie des Nachbarvereins des TSB Gmünd: Man baut auf Eigengewächse, man baut auf Konstanz, man baut auf junge, aufstrebende Sportler. Und hat es dabei geschafft, sich auf hohem Niveau sportlich zu stabilisieren. Aus diesen Gründen sagte TSB-Trainer Michael Hieber schon vor einigen Wochen: „Die SG Lauterstein ist für uns auch ein Vorbild – dort wird nicht mit teuren Einkäufen gearbeitet, sondern mit hervorragender Taktik und Weitblick. Dieser Verein arbeitet nach ähnlichen Prinzipien wie wir, ist uns aber ein, zwei Schritte voraus.“
Hieber spricht nur in den allerhöchsten Tönen vom sonntäglichen Gegner. Er traut der SG erneut zu, ein Wörtchen im Titelrennen mitzusprechen, auch wenn Lauterstein schon sieben Minuszähler einstecken musste. „Diese Mannschaft ist Vorjahresdritter. Vielleicht war aus ihrer Sicht der Saisonstart schleppend, aber das heißt ja noch nichts.“ Und dann holt Hieber zur XL-Lobpreisung aus: „In diesem Verein stimmt es. Ein toller Trainer, ein hervorragendes Tempo, immer aggressiv und eine beeindruckende Moral: Wenn Lauterstein mit sieben Toren hinten liegt, heißt das nichts. Die machen weiter und weiter und weiter – und am Ende gewinnen sie noch. Ich habe allerhöchsten Respekt vor diesem Verein und dieser Mannschaft.“
Hieber hat bei der Spielvorbereitung viel über das eigene Spiel gesprochen. Denn er war zuletzt nur bedingt zufrieden mit dem Gesehenen. Es fehlte die Konstanz, der letzte Biss, ein wenig Aggressivität, mehr taktische Disziplin – phasenweise war all das zu sehen, doch über die vollen 60 Minuten nicht. Dabei vergisst der Gmünder Trainer jedoch nicht die Geduld: „Wir bekommen bei jeder Niederlage vor Augen geführt, was uns noch fehlt, um tatsächlich in dieser Liga angekommen zu sein. Was das Potenzial angeht, bin ich der Meinung, dass wir beispielsweise am vergangenen Wochenende in Oberkirch durchaus hätten gewinnen können. Doch noch sind wir nicht soweit, um die Spiele dann auch tatsächlich für uns zu entscheiden.“
Seine Mannschaft braucht noch Zeit, erst recht, weil der ein oder andere Rekonvaleszent noch nicht bei 100 Prozent ist. Kurzfristig gibt der Coach seinem Team vor, in der Abwehr mehr zu agieren als zu reagieren. „Wenn wir das schaffen und wenig Fehler im Aufbauspiel machen, zwingen wir Lauterstein in den stehenden Angriff – und dann haben wir gute Chancen.“
Die Vorfreude beim TSB auf das Derby ist regelrecht greifbar: „Gegen diesen Nachbarn, in der gleichen Liga, auf diesem Niveau – das ist ein Highlight. Nicht nur für uns, auch für die SG Lauterstein – und dann gibt’s obendrauf bestimmt noch eine richtig volle Halle.“

TSB: Fabian, Engler – Bächle, Göth, Sos, Kraft, Boizesan, Fröhlich, Tobias, M. Häfner, Czypull, F. Häfner, Schamberger, Waibel, S. Frey

© Gmünder Tagespost 30.10.2014 20:37:26

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