Abgezockt wie selten

23.01.2012. Der TSB Gmünd bleibt 2012 unbesiegt: Die Handballer gewannen die Partie beim direkten Verfolger TV Bittenfeld II überraschend souverän mit 36:29 (17:13) und scheinen in Form zu sein für das Topspiel gegen Lauterstein. Auf der Bank sitzt ab sofort ein neuer Torwart: Christoph Engler

Andreas Hieber kam beim deutlichen 36:29-Auswärtssieg des TSB Gmünd in Bittenfeld überraschend auf der linken Außenbahn zum Einsatz.  (Foto: jps)

Die Pessimisten hatten ja schon das Schlimmste befürchtet: Hätte Bittenfeld nach den Siegen gegen Neckarsulm und Remshalden auch noch den TSB geschlagen, wäre die Zweitliga-Reserve in der Tabelle den Gmündern ernsthaft gefährlich geworden.
Doch es kam anders. Ganz anders. Denn der TSB gewann die Partie in Bittenfeld abgezockt und souverän, er distanzierte den Verfolger auf fünf Punkte und darf sich selbst auf die Schulter klopfen: Die Gmünder haben das knifflige Startprogramm im neuen Jahr grandios gemeistert und sind nach 5:1 Punkten in drei Spielen scheinbar gerüstet für den Knaller am Samstag. Dann nämlich gastiert der Tabellenzweite SG Lauterstein in der Großsporthalle.
In Bittenfeld jedenfalls glänzte der TSB von Beginn an: Schnell führten die Gmünder mit vier, fünf Toren Vorsprung, ließen den Gegner nur einmal ein wenig verkürzen, zogen dann wieder davon und gerieten nie in Gefahr. Und das, obwohl Bittenfelds Martin Kienzle 18 (!) Tore erzielte. TSB-Trainer Michael Hieber sah das danach gelassen: „Wir wussten, dass wir diesen künftigen Zweitliga-Spieler nicht in den Griff bekommen werden. Wir wollten stattdessen den Rest der Mannschaft in den Griff bekommen. Das ist uns gelungen. Und dadurch haben wir Kienzle gezwungen, oft zu werfen, was uns auch oft Ballbesitz gebracht hat.“
Überhaupt nicht in den Griff zu bekommen war hingegen die Gmünder Mannschaft. Auch nicht, als sich die Bittenfelder entschieden, den bärenstarken Djibril MBengue mannzudecken. Denn zum einen waren vor allem Paul Boizesan und Christian Tobias immer wieder zur Stelle, zum anderen überraschte Hieber den Gegner mit dem taktischen Kniff, seinen Bruder Andreas auf der linken Außenbahn einzuwechseln. „Da konnten wir Dinge spielen, die man nicht erwartet. Wir haben es auch in dieser Phase geschafft, die Situationen spielerisch zu lösen.“ Weshalb Hieber darauf verzichtete, Matthias Czypull für MBengue zu bringen.
Nicht gespielt hat zudem Christoph Engler, doch das wird sich in Zukunft ändern. Der junge Mann, der vor der Saison in den Schwerzer kam, dann aber wegen eines Auslandsaufenthalts fehlte, ist der neue zweite Mann im Gmünder Kasten, weil Cristian Marin nicht mehr zum Kader gehört.
Im Tor stand am Samstag wie immer Sebastian Fabian, und er erwischte einen ebenso grandiosen Tag wie der Mann am anderen Ende des Spielfelds: Patrick Schamberger stand am Kreis in der Startelf. „Unterm Strich war das einfach von allen Beteiligten ein sehr guter Auftritt, wir haben in der Offensive das gezeigt, was ich sehen will – und zwar über 60 Minuten“, sagt Hieber. „Sie wissen ja: Ich bin selten einfach nur zufrieden. Doch heute bin ich es.“

TSB: Fabian – Tobias (6), Waibel, Schamberger (2), MBengue (7), Schwenk (1), S. Göth (2), B. Göth (2), Hieber (2), S. Frey, Boizesan (11/5), Negwer (3).

© Gmünder Tagespost 23.01.2012 (Swen Thissen)

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Kommentar von Wild Boys | 23.01.2012
Mit einer verdienten, aber zum Schluss etwas zu Hohen 29:36 (13:17) Heimniederlage, endete das Württembergliga-Spiel des Bittenfelder Perspektivteams gegen die Gäste aus Schwäbisch Gmünd. Der Tabellenvierte war nicht nur körperlich den Wild Boys klar überlegen, sondern auch in Sachen Erfahrung einiges voraus. Schließlich spielen sie schon mehrere Jahre im Ersten Drittel der Württembergligatabelle mit.

Das Spiel begann auf Seiten der Hausherren denkbar schlecht. Schon nach sechs Minuten mußte man beim Stande von 1:5 die Auszeit nehmen. In der gewohnten defensiven Abwehrformation fand man kein Mittel gegen die bulligen Rückraumspielern der Gäste. Und auch die Torhüter konnten nicht mal im Ansatz an die guten Leistungen der Vorwochen anknüpfen. So stellte man die Abwehr auf eine etwas offensivere Variante um und dies zeigte zunächst Wirkung. Beim 5:6 hatte man wieder den Anschluss erzielt. Doch die erfahrenen Gäste stellten sich schnell auf diese Variante ein und bauten den Vorsprung wieder kontinuierlich auf 12:17 aus. Das Junge Team kam durch die ständigen Gegentreffer nicht in den gewohnten Gegenstoß. So biss man sich in der massiven Gästeabwehr die Zähne aus. Nur Martin Kienzle konnte hierbei dagegen halten. Mit 13:17 ging es dann in die Halbzeitpause.



Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Während die Gäste ihre Tore relativ einfach erzielen konnten lag auf Seiten der Wild Boys fast die ganze Verantwortung auf Martin Kienzle. So führte ständig Gmünd mit fünf bis sechs Toren Differenz. 12 Minuten vor Schluss zog man dann auf Seiten der Hausherren die letzten Optionen. Die beiden Gmünder Rückraumspieler MBengue und Boizesan wurden in doppelter Manndeckung genommen und der aus beruflichen Gründen schon mehrere Wochen nicht mehr trainierende Torhüter Steffen Krieg wurde ins Tor beordert. Wie schon in der ersten Spielhälfte zeigte die Maßnahme Wirkung und man konnte auf 26:29 verkürzen. Doch leider scheiterte man dann in der folgenden Szene freistehend und kassierte dann wieder zwei Tore in Folge. Die Moral der Wild Boys war nun gebrochen und die Gäste gewannen noch etwas zu deutlich mit 29:36.



Diese verdiente Niederlage stellt für das Perspektivteam kein Beinbruch da. Die Punkte für den angestrebten Klassenerhalt muss man gegen andere Gegner einfahren. Es zeigt aber deutlich, dass man gegen Spitzenteams nur bestehen kann, wenn man im Abwehrbereich incl. Torhüter am Leistungsoptimum agiert. Gelegenheit dazu gibt es am kommenden Wochenende, wenn man im Derby beim SV Fellbach gastiert. Diese agieren ebenso aus einer kompakten Abwehr heraus und man darf gespannt sein wie sich das Perspektivteam bei dieser Herausforderung aus der Affäre zieht
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