Abgezockt wie selten
Die Pessimisten hatten ja schon das Schlimmste
befürchtet: Hätte Bittenfeld nach den Siegen gegen Neckarsulm und
Remshalden auch noch den TSB geschlagen, wäre die Zweitliga-Reserve in
der Tabelle den Gmündern ernsthaft gefährlich geworden.
Doch es kam
anders. Ganz anders. Denn der TSB gewann die Partie in Bittenfeld
abgezockt und souverän, er distanzierte den Verfolger auf fünf Punkte
und darf sich selbst auf die Schulter klopfen: Die Gmünder haben das
knifflige Startprogramm im neuen Jahr grandios gemeistert und sind nach
5:1 Punkten in drei Spielen scheinbar gerüstet für den Knaller am
Samstag. Dann nämlich gastiert der Tabellenzweite SG Lauterstein in der
Großsporthalle.
In Bittenfeld jedenfalls glänzte der TSB von Beginn
an: Schnell führten die Gmünder mit vier, fünf Toren Vorsprung, ließen
den Gegner nur einmal ein wenig verkürzen, zogen dann wieder davon und
gerieten nie in Gefahr. Und das, obwohl Bittenfelds Martin Kienzle 18
(!) Tore erzielte. TSB-Trainer Michael Hieber sah das danach gelassen:
„Wir wussten, dass wir diesen künftigen Zweitliga-Spieler nicht in den
Griff bekommen werden. Wir wollten stattdessen den Rest der Mannschaft
in den Griff bekommen. Das ist uns gelungen. Und dadurch haben wir
Kienzle gezwungen, oft zu werfen, was uns auch oft Ballbesitz gebracht
hat.“
Überhaupt nicht in den Griff zu bekommen war hingegen die
Gmünder Mannschaft. Auch nicht, als sich die Bittenfelder entschieden,
den bärenstarken Djibril MBengue mannzudecken. Denn zum einen waren vor
allem Paul Boizesan und Christian Tobias immer wieder zur Stelle, zum
anderen überraschte Hieber den Gegner mit dem taktischen Kniff, seinen
Bruder Andreas auf der linken Außenbahn einzuwechseln. „Da konnten wir
Dinge spielen, die man nicht erwartet. Wir haben es auch in dieser Phase
geschafft, die Situationen spielerisch zu lösen.“ Weshalb Hieber darauf
verzichtete, Matthias Czypull für MBengue zu bringen.
Nicht gespielt
hat zudem Christoph Engler, doch das wird sich in Zukunft ändern. Der
junge Mann, der vor der Saison in den Schwerzer kam, dann aber wegen
eines Auslandsaufenthalts fehlte, ist der neue zweite Mann im Gmünder
Kasten, weil Cristian Marin nicht mehr zum Kader gehört.
Im Tor stand
am Samstag wie immer Sebastian Fabian, und er erwischte einen ebenso
grandiosen Tag wie der Mann am anderen Ende des Spielfelds: Patrick
Schamberger stand am Kreis in der Startelf. „Unterm Strich war das
einfach von allen Beteiligten ein sehr guter Auftritt, wir haben in der
Offensive das gezeigt, was ich sehen will – und zwar über 60 Minuten“,
sagt Hieber. „Sie wissen ja: Ich bin selten einfach nur zufrieden. Doch
heute bin ich es.“
TSB: Fabian – Tobias
(6), Waibel, Schamberger (2), MBengue (7), Schwenk (1), S. Göth (2), B.
Göth (2), Hieber (2), S. Frey, Boizesan (11/5), Negwer (3).




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Das Spiel begann auf Seiten der Hausherren denkbar schlecht. Schon nach sechs Minuten mußte man beim Stande von 1:5 die Auszeit nehmen. In der gewohnten defensiven Abwehrformation fand man kein Mittel gegen die bulligen Rückraumspielern der Gäste. Und auch die Torhüter konnten nicht mal im Ansatz an die guten Leistungen der Vorwochen anknüpfen. So stellte man die Abwehr auf eine etwas offensivere Variante um und dies zeigte zunächst Wirkung. Beim 5:6 hatte man wieder den Anschluss erzielt. Doch die erfahrenen Gäste stellten sich schnell auf diese Variante ein und bauten den Vorsprung wieder kontinuierlich auf 12:17 aus. Das Junge Team kam durch die ständigen Gegentreffer nicht in den gewohnten Gegenstoß. So biss man sich in der massiven Gästeabwehr die Zähne aus. Nur Martin Kienzle konnte hierbei dagegen halten. Mit 13:17 ging es dann in die Halbzeitpause.
Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Während die Gäste ihre Tore relativ einfach erzielen konnten lag auf Seiten der Wild Boys fast die ganze Verantwortung auf Martin Kienzle. So führte ständig Gmünd mit fünf bis sechs Toren Differenz. 12 Minuten vor Schluss zog man dann auf Seiten der Hausherren die letzten Optionen. Die beiden Gmünder Rückraumspieler MBengue und Boizesan wurden in doppelter Manndeckung genommen und der aus beruflichen Gründen schon mehrere Wochen nicht mehr trainierende Torhüter Steffen Krieg wurde ins Tor beordert. Wie schon in der ersten Spielhälfte zeigte die Maßnahme Wirkung und man konnte auf 26:29 verkürzen. Doch leider scheiterte man dann in der folgenden Szene freistehend und kassierte dann wieder zwei Tore in Folge. Die Moral der Wild Boys war nun gebrochen und die Gäste gewannen noch etwas zu deutlich mit 29:36.
Diese verdiente Niederlage stellt für das Perspektivteam kein Beinbruch da. Die Punkte für den angestrebten Klassenerhalt muss man gegen andere Gegner einfahren. Es zeigt aber deutlich, dass man gegen Spitzenteams nur bestehen kann, wenn man im Abwehrbereich incl. Torhüter am Leistungsoptimum agiert. Gelegenheit dazu gibt es am kommenden Wochenende, wenn man im Derby beim SV Fellbach gastiert. Diese agieren ebenso aus einer kompakten Abwehr heraus und man darf gespannt sein wie sich das Perspektivteam bei dieser Herausforderung aus der Affäre zieht