Württembergliga
Obere Reihe von links nach rechts: Stellvertretende Abteilungsleiterin Heike Eberle, Johannes Frey, Benjamin Göth, Martin Schmeiser, Patrick Schamberger, Physiotherapeutin Kathrin Heisig.
Mittlere Reihe von links nach rechts: Abteilungsleiter Steffen Alt, Betreuer Oliver Gaiser, Sebastian Göth, Andreas Hieber, Simon Frey, Michael Hieber, Wolfgang Schuster, Tainer Rolf Kölle.
Vordere Reihe von links nach rechts: Christian Tobias, Paul Boizesan, Robert Steiner, Sebastian Fabian, Philipp Neukamm, Moritz Nothdurft, Matthias Czypull, Co-Trainer Jochen Hilbig.
Zwei Jahre für den großen Traum
Seit einem Jahrzehnt spielen Simon Frey, Benjamin Göth sowie Andreas und Michael Hieber für die erste Mannschaft des TSB Gmünd. Sie sind der tapfere Rest jener Erfolgsgeneration, die sich einst anschickte, die Blau-Gelben wieder in höhere Ligen zu führen. Beim einen oder anderen Handballer, um nicht zu sagen bei allen, kamen deshalb vor einigen Monaten erste Gedanken auf, ob es nicht sinnvoll wäre, die TSB-Karriere zu beenden. Frey wollte noch einmal mit seinem Bruder zusammenspielen, Göth fährt über 50 Kilometer zum Training, der ältere Hieber hat die 30-Jahre-Marke längst geknackt und ist beruflich und privat stark eingespannt, während der jüngere Hieber seit Jahren mit Verletzungen zu kämpfen hat.
Es drohte das Ende einer Ära. Doch es kam anders. Ganz anders. Die vier Spieler haben zugesagt, für zwei weitere Jahre beim TSB Gmünd zu bleiben. Zwei Jahre? Richtig, das ist ungewöhnlich im Schwerzer, wo man seit langem erfolgreich von Saison zu Saison plant. Doch die Mannschaft beschloss, ein vielleicht letztes gemeinsames Ziel zu erfolgen. „Wir können noch erfolgreicher sein als zuletzt“, sagte damals Torhüter Sebastian Fabian, der heftigst von höherklassigen Vereinen umworben worden war. „Unser Limit ist noch nicht erreicht.“ Fabians Aussage stand im Raum. Und er setzte damit ein Zeichen. Alle sagten zu, nicht nur die TSB-Urgesteine, sondern auch deren Nachfolger der zweiten (Johannes Frey, Patrick Schamberger, Sebastian Göth, Martin Schmeiser) und dritten Generation (Matthias Czypull, Christian Tobias), weil sie dem TSB weitere Erfolge zutrauen. Diese Erfolge sollen in der aus der vergangenen Saison bekannten Besetzung gefeiert werden. Im Tor steht Keeper Fabian, einer der Besten seines Fachs in dieser Liga. Ersatzmann ist Philipp Neukamm. Um die rechte Außenposition kämpfen Sebastian Göth und Martin Schmeiser, wobei auch Youngster Robert Steiner nicht vergessen werden darf. Auf der anderen Außenbahn scheint Johannes Frey gesetzt zu sein, doch sollte der in den Rückraum dürfen, stehen mit Benjamin Göth und Rückkehrer Moritz Nothdurft (er ersetzt den einzigen Abgänger Simon Bareiß) erfahrene und gute Ersatzmänner bereit. Am Kreis eine Institution ist Simon Frey, der zum neuen Kapitän gewählt wurde, für ihn könnte Patrick Schamberger einspringen. Und dann ist da noch der große Ansturm im Rückraum. Denn durch die Rückkehr der Langzeitverletzten Andreas Hieber und Christian Tobias hat Trainer Rolf Kölle die Qual der Wahl. „Unser Kader war quantitativ und qualitativ wohl noch nie so gut besetzt“, so der Coach. Auf dem Papier sind Michael Hieber und Paul Boizesan für den rechten, Andreas Hieber und Johannes Frey für den linken sowie Christian Tobias und Matthias Czypull für den mittleren Rückraum vorgesehen. Mit der Tendenz zum Dauerkampf um den Platz in der Mitte, falls sich wie erwartet die Hieber-Brüder auf den Halbpositionen einballern. Die Zuschauer in der „Hölle Süd“ müssen sich also nicht auf neue Gesichter einstellen (vom neuen Co-Trainer Jochen Hilbig einmal abgesehen). Und auch die Tabellenregionen, in denen man mitmischen möchte, sind die gleichen. „Wir möchten besser sein als vergangene Saison“, sagt Trainer Rolf Kölle. „Entweder nach Punkten oder in Bezug auf die Endplatzierung.“ Vergangene Saison reichte es unterm Strich zum fünften Rang, „und wäre uns nicht ein wenig die Luft ausgegangen“, sagt Abteilungsleiter Steffen Alt, „hätten wir den ein oder anderen Platz besser sein können.“
Kölles und Alts Sätze erinnern an Titelkampf-Zeiten in der Landes- und der Verbandsliga. Vergangene Saison, beim Topspiel gegen Lauterstein vor über 1000 Zuschauern in der ausverkauften Großsporthalle, war erstmals in der Württembergliga die Chance da, ganz oben anzuklopfen. Dies soll nun gelingen.
Es ist ungewöhnlich, vor der Saison vom Titel zu sprechen. Das würde stark nach Größenwahn aussehen. Und genau das haben Kölle, Alt und die Spieler auch überhaupt nicht vor. Denn vor dieser Runde gibt es kein explizites Saisonziel. „Wir denken ein bisschen weiter“, sagt Alt. „Unser Ziel ist es, uns zu verbessern, um in der Saison 2010/2011 anzugreifen.“ Dies ist auch der Grund, warum die Spieler für zwei weitere Jahre zugesagt haben. Sie haben einen großen, vielleicht letzten gemeinsamen Traum: Aufstieg 2011. In dieser Saison geht es darum, sich und den treuen Fans zu beweisen, dass dieser Traum Wirklichkeit werden kann. Man will sich, Verletzungsfreiheit vorausgesetzt, Schritt für Schritt in der Spitzengruppe festsetzen. Hört sich nach einer interessanten Saison an.
Karla Kolumna
Torschützenliste TSB Gmünd Württembergliga
| Spieler | Spiele | Tore | 7m | Gelb | 2 Min | Rot |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Michael Hieber | 3 | 18 | 1 | 0 | 0 | 0 |
| Simon Frey | 3 | 17 | 9 | 2 | 8 | 0 |
| Johannes Frey | 3 | 18 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Andreas Hieber | 3 | 18 | 0 | 0 | 2 | 0 |
| Sebastian Göth | 3 | 11 | 1 | 0 | 0 | 0 |
| Paul Boizesan | 3 | 8 | 0 | 2 | 4 | 0 |
| Moritz Nothdurft | 2 | 3 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Patrick Schamberger | 3 | 5 | 0 | 1 | 2 | 0 |
| Benjamin Göth | 2 | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Matthias Czypull | 3 | 2 | 0 | 1 | 2 | 0 |
| Martin Schmeiser | 2 | 1 | 0 | 1 | 0 | 0 |
| Sebastian Fabian | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Robert Steiner | 1 | 3 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Christian Tobias | 2 | 4 | 0 | 0 | 2 | 0 |
| Philipp Neukamm | 3 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |



